Mit wievielen Babys bist du befreundet?

Mir ist etwas aufgefallen, schon länger und man könnte mir jetzt Neid als Motiv für diesen Post unterstellen- ist aber nicht der Grund. Ehrlich. Ich frage mich nur immer wieder mal, warum Leute ein Kind bekommen und was das dann für sie bedeutet. Die Frage hat mir übrigens auch die Therapeutin gestern gestellt: was hätte es bedeutet ein Kind zu bekommen?  Meine Antwort: es wäre die Krönung von allem gewesen. Sie: für wen?   Ich: für unsere Familien. Sie: und für Sie?  Ich: schwieg nur. Da sind wir wieder beim Faktor „weil man das so macht“. Das hat die liebe Tante Öko in ihrem Wonderland-Interview sehr schön erklärt.  Ich bin zwar CNBC, glaube aber ich könnte auch irgendwann als CBC glücklich sein. Nicht in meinem Leben wie es jetzt angelegt ist, aber grundsätzlich schon. Das ist ein beruhigender Gedanke. Unheimlich beruhigend und er hat mich gestern sehr glücklich gemacht. Auch wenn es bis dahin ein steiniger Weg wäre… Ich habe gestern den zweiten Teil der Kinderwunsch – Serie in der E*motion gelesen. Es ging um Frauen, die sich vom Kinderwunsch verabschiedet haben. Besonders berührt hat mich der letzte Absatz:
Ich mache mein Selbstbewusstsein nicht mehr davon abhängig, ob ich ein Kind habe. Ich bin wieder glücklich. Ich bin ich. Und die Liebe hat viele Formen. (Heft 08-2015, S. 65)

Genauso möchte ich empfinden. Es wäre toll irgendwann Mutter zu sein. Aber nicht um jeden Preis. Und ich bin auch toll,wenn ich keine Mutter werde. Weil ich die Welt durch mein Wesen und mein Tun bereichere. Das Leben einer Nicht-Mutter ist genauso wertvoll wie das einer Mutter, denn auch sie hat Liebe und Freude in die Welt gebracht.

Was mich zu meinem Titel bringt. Mit wievielen Babys bin ich befreundet? Die Frage stelle ich mir, wenn ich meine WhatsApp Kontakte ansehe. Ich bin augenscheinlich momentan mit 14 Kleinkindern bzw. Babys befreundet. Natürlich ist so ein Profilbild, nur ein Profilbild. Aber warum nutzen Eltern Fotos ihrer Kinder als Profilfotos? Vorzugsweise noch welche, auf denen die Kinder alleine drauf sind? Weil sie sich über ihr Muttersein und Vatersein definieren. Und natürlich um der Welt zu zeigen, was sie „geschafft“ haben. Gepaart mit einem  💜glücklich💜 Status soll natürlich das Bild noch perfektioniert werden. Schade eigentlich… denn auch Eltern sind so viel mehr als nur Eltern. 
Macht doch mal Fotos von euren Arbeitsprojekten, Gärten, geputzten Wohnungen, wohltätigen Aktionen usw. Und definiert euch darüber.  Oder nehmt ein Foto von euch. Als Person. Mit der ich befreundet bin und die ich als Mensch schätze, und nicht als Mama oder Papa. Ist nur so ne Idee. Und wenn eure Kids groß sind und aus ihnen tolle Persönlichkeiten geworden sind, dann dürft ihr sie gerne wieder als Profilbild verwenden, denn dann habt ihr wirklich etwas „geschafft“.

Und mit wievielen Babys seid ihr befreundet?
Alles Liebe, Frau Einstrich

36 Gedanken zu “Mit wievielen Babys bist du befreundet?

  1. Liebe Einstrich, gut beobachtet 🙂 Ich selber bin auch mit zahlreichen Kindern & glücklichen Familien im Whattsapp befreundet, das ist mir bis dahin noch gar nicht aufgefallen. Und ich muss auch offen zugeben dass ich das auch irgendwie komisch finde, dass manche Freunde ihre Kinder als Profilbild verwenden. Was ich mich aber gerade Frage: wenn wir selber mal Mütter sind (extra keinen Konjunktiv verwendet), wird uns das dann auch noch „stören“? Ich für mich kann da gerade keine eindeutige Antwort finden..
    „Das Leben einer Nicht-Mutter ist genauso wertvoll wie das einer Mutter, denn auch sie hat Liebe und Freude in die Welt gebracht“ – da steckt sooo viel Wahres drin, den Satz sollte man sich auf einen Zettel schreiben und aufhängen :*

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  2. Ich habe deinen Post gelesen und erstmal nachgeschaut – momentan bin ich u.a. mit 2 Kleinkindern und 2 Babies, 4 Hunden, 2 Sonnenuntergängen, einem Muffin und einem Kamel befreundet.

    Wie ich das so sehe, hab ich wohl einem sehr gemischten Freundeskreis 🙂

    LG
    Fi

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  3. Ich habe auch gerade mal gezählt, es sind acht Babys. Und ein paar Fotos von Mama mit Kind oder gar Mutter, Vater, Kind (und eine Katze). Bei mir selbst ist mein Sohn auch drauf, aber nur im Hintergrund hinter mir. Ich hab selbst mal schon darüber nachgedacht, warum manche das als Profilbild wählen. Ich denke immer, dass es ja mein Profil ist, dann sollte ich zumindest mit drauf sein.
    Ich definiere mich eigentlich nicht über meine Mutter-Rolle. Klar, derzeit ist es mein „Job“, ich betreue den ganzen Tag das Kind. Aber ich habe genügend Freunde ohne Kinder und muss auch ganz bestimmt nicht immer über mein Kind reden. Andererseits denke ich manchmal, dass es auch nicht das Schlechteste ist, wenn man voll im Mama-Dasein aufgeht, das macht manches auch einfacher.
    Ich finde es gut, dass du dir eine Zukunft ohne Kind vorstellen kannst. Ich habe mich damit nicht bis zum Ende beschäftigt, kann also nicht sagen, wie ich mich damit fühlen würde.

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  4. Liebe Frau Einstrich,

    ich oute mich mal, einige der Kommentatorinnen hier bei dir, sind auch mit meinem Minimolekül befreundet. Also zumindest nach deiner Interpretation. Ich hingegen hoffe, dass sie alle wissen, dass ich ICH bin, denn mir ist das wichtig (wie sich auf meinem Blog ja auch immer wiederkehrend als Thema nachlesen lässt:)). Ich definiere mich nicht (nur) über mein Kind. Aber ich definiere mich ebenso wenig nur über meinen Lehrerberuf, über meinen Garten, meinen Musikgeschmack usw. Und whatsapp ist für mich auch wenig eine Definitionsplattform als ein schlichtes Kommunikationsmittel. Ich finde es – da sind wir einer Meinung- auch total eigenartig, wenn man sich nur über sein Kind definiert. Ehrlich gesagt, ist das sogar ein ziemlich gruseliger Gedanke, dass es Mütter gibt, die sich nur noch durch ihre Mutterrolle definieren. Und doch gibt es sie.

    Das Minimolekül ist – ganz subjektiv betrachtet – einfach sehr extrem vorzeigbar (übrigens auch nur bei WhatsApp, alle anderen Plattformen sind von Anfang an absolut TABU!). ;)))

    Zudem wechselt es auch bei mir. Mal bin ich drauf. Mal mein Mann und ich. Mal so. Mal so. Und oft mein Minimolekül.

    Ich finde übrigens die Profilfotos Anderer oft blöd. Eine Freundin von mir postet ganz gerne eine Blume, eine andere zeigt ihren Kater in allen erdenklichen Katerposen. Das ödet mich viel mehr an als ein Kinderfoto.

    Und ich habe mich auch immer auf dem KiWu-Weg über Profilbilder mit irgendeiner Zwergnase gefreut und hatte eigentlich nie das Gefühl als „profiliere“ sich irgendwer durch sein Foto (vielleicht bin ich auch einfach nur mit Nicht-Profilneurotikern befreundet? Hüstl.)

    So, das war es von meiner Seite.

    Liebe Grüße
    Penny

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    • Danke für deine Meinung liebe Penny, ich freue mich, dass aus meinem Post eine so rege Diskussion geworden ist. Und ich stelle fest, dass ich natürlich auch die Beweggründe aller „Baby-Profilbild-Vertreterinnen“ gut nachvollziehen kann. Und solange man sich nicht nur über eine Sache (egal welche) definiert, ist meinem Wunsch nach Vielseitigkeit ja genüge getan. 😉 Alles Liebe! Frau Einstrich

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  5. Ich bin auch eine mit Baby-Profilbild. 😉
    Zumindest momentan. Manchmal bin ich auch eine oder zwei Katzen, ein selbstgezeichnetes/-gemaltes Bild, eine Landschaft oder – wenn mir mal ein Foto von meiner Wenigkeit gefällt – auch ich selbst.
    Zugegeben, im Moment überwiegen die Babyfotos. Und zwar ist das deswegen so, weil ich einfach vollkommen verliebt bin in diesen kleinen Menschen und manchmal (okay, meistens) nicht anders kann als es auch nach außen zu tragen. Ich weiß, dass es eigentlich Quatsch ist. Ich weiß, dass jeder meiner Freunde weiß, dass ich meine Tochter liebe. Ich weiß, dass dieses Kind, so wunderschön und unbegreiflich es für mich auch sein mag, für andere eben nur ein beliebiges Baby ist.
    ABER wählt nicht so ziemlich jeder etwas als Profilbild, was er schön findet? Eine Blume, ein Muster, einen Sonnenuntergang… sich selbst?
    Ich finde derzeit einfach wenig so schön wie mein Kind. Nicht, weil ich (oder es) etwas Besonderes geleistet hätte. Nicht, weil ich keine anderen Interessen mehr hätte. Sondern einfach, weil es da ist. Und weil es ist, wie es ist. Und weil sich dieses Gefühl manchmal nicht bändigen lässt und ich es jeglicher Vernunft zum Trotz in die Welt hinaus schreien muss.
    (Auf Facebook poste ich allerdings bewusst keine Bilder von ihr und auch sonst halte ich schon den Daumen darauf, wer was sehen darf..)

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  6. Hier meldet sich jetzt mal eine mit Böhnchen als Profilbild zur Wort mit der Hoffnung nicht gleich von euch gesteinigt zu werden.

    Alle bisherigen Kommentare sind (wenn ich richtig geschaut habe) von Mädels, deren Kiwu-Weg bislang noch keine Baby-Ausfahrt genommen hat bzw wo das Baby noch nicht da ist.

    Glaubt mir… Bis vor 9 Monaten hätte ich es genau so gesehen wir ihr.
    Aber wenn das Baby da ist, ändert sich nicht nur euer Leben sondern auch eure Einstellung zu vielem.

    Und ja, momentan definiere ich mich zu 100% über meine Mutter Rolle. Denn genau das wollte ich viele Jahre lang sein, genau dafür habe ich all diese Behandlungen gemacht. Genau wir ihr…
    Denkt mal drüber nach…

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    • Natürlich wirst du nicht gesteinigt, sondern beglückwünscht, zumindest von mir! Es ist schön, dass du die Mutti-Ausfahrt bekommen hast. Es ist richtig und verständlich, dass du voll in dieser Rolle aufgehen willst. Ich wünsche dir alles Gute dabei! Und dennoch wünsche ich dir. , dass die Mutterrolle nicht die Endstation deiner persönlichen Entwicklung ist. Denn auch du hast sicher weitere tolle Facetten, die du irgendwann wieder zeigen willst. Der Post sollte ja auch nur ein witziger Denkanstoß sein.

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  7. Hallo,
    ich bin real mit 2 Kleinkindern befreundet. Von zwei weiteren Kindern bekomme ich über FB manchmal Bilder. Eine ganz andere Beziehung habe ich zu meinem Kleinen. Aber keine Sorge, wenn er auf der Welt ist, wird er nicht für Profilfotos „missbraucht“ und ich werde auch keine Bilder von ihm posten. Wer ihn sehen möchte, muss das dann live tun 😄.

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  8. Liebe Frau Einstrich,
    ein toller Post! Ich möchte inzwischen schon fast für mich sagen, dass ich mir vornehme, mich gar nicht mehr über irgendwas zu definieren. Das ist natürlich ziemlich schwierig, weil man ja irgendwie seinen Stand im Leben finden muss, aber ich versuche das so gut es geht zu reduzieren und einfach nur zu „sein“. Aber genau, sich über seine Babys, seine Mutter-Vater-Rolle zu definieren und ab Geburt, wie man manchmal das Gefühl hat, sogar fast ausschließlich, halte ich für keine dauerhaft sinnvolle Lösung. Dass Eltern sich voll für ihre Kinder einsetzten und für sie da sind, finde ich toll und wichtig. Aber nur noch die „Mama“ und der „Papa“ „von x,y,z“ zu sein, das kann es einfach nicht sein! Und ja, zu Anfang hat man außer der „Produktion“ tatsächlich noch nicht viel geleistet, da stimme ich dir zu, wenn es denn überhaupt darum gehen muss, das irgendwie messen zu wollen.
    Ich bin übrigens mit 0 Babys befreundet, zum einen weil ich WhatsApp nicht mehr nutze und zum anderen weil bei Threema ich die Profilbilder bestimme. Da sehe ich gar nicht, was die anderen ausgewählt haben. Sehr praktisch, auch in dieser Hinsicht;) Ach und außerdem haben in meinem Umfeld tatsächlich kaum Freunde bisher Kinder. Deine Therapeutin hört sich übrigens toll an!
    Liebe Grüße!

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    • Ich verweigere mich auch Facebook und WhatsApp hab ich zähneknirschend aus Gruppendruck installiert, kann die Vorteile aber auch nicht von der Hand weisen. Sich gar nicht mehr zu definieren, ist ein bisschen wie Schödingers Katze oder? Weil man sich ja darüber definiert? 😉 Aber es hört sich dennoch erstrebenswert an! Also weiter so!

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      • Tja,erwischt; ) Du hast schon recht, ich habe vielleicht auch etwas übertrieben, (dazu neige ich manchmal), es geht um den Ansatz, aber den hast du ja auch richtig verstanden, wovon ich auch ausgegangen war:) Ich habe mich früher oft verglichen und mich an anderen versucht zu orientieren, weil mein Selbstbewusstsein nicht das allerbeste war. Und deshalb ist das im Moment etwas, wo ich mich versucht habe, zu lösen. Aber wie gesagt, ohne sich über etwas zu definieren, funktioniert natürlich in aller Konsequenz nicht. Liebe Grüße:)

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      • Ich wollte dich auch sicher nicht in deinem Vorhaben entmutigen, aber in den Ferien neigen unausgelastete Lehrer zur Besserwisserei.😁 aber wir sind uns ja einig. Bis bald und ein sonniges Wochenende!

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      • Sehr beruhigend, dass du dich schon wieder unausgelastet fühlst, das lässt ja schon auf einen gewissen Grad an Erholung schließen; ) Ich bin immer völlig offen für Anregungen zu meinen Gedanken,also alles gut, ich schwör;) (um mal ein bisschen Schüler Flair zu dir rüber zu schicken; ) ) Hab ein schönes Wochenende!

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  9. Also ich bin momentan mit 3 Babys bzw. Kleinkindern befreundet… Eine davon ist meine Nachbarin und sie nutzt nicht nur WhatsApp, sondern auch Facebook und postet ein Bild nach dem anderen von ihrer Tochter, was ich persönlich nicht gut finde. Ich glaube sie macht es auch aus dem Grund, was du schon gut beschrieben hast. Sie ist allein erziehend und möchte somit wahrscheinlich zeigen was sie „geschafft“ hat. Vor allem bestimmt auch, weil sich der Vater der kleinen überhaupt nicht für sein Kind interessiert…
    Ich finde, wenn Freunde, Bekannte oder Familie sehen wollen, wie sich der Nachwuchs entwickelt kann der auch zu Besuch kommen…

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    • Grundsätzlich freue ich mich über jedes Foto, dass mir jemand per WhatsApp schickt, aber als Profilbild finde ich es halt nicht so super. Vor allem weil man immer lesen muss, wenn man jemanden sucht, die Zwerge sehen ja alle gleich aus. 😂😂😂

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