Einmal die große Hafenrundfahrt, bitte! 

29.08. Vorgespräch:

Heute ist also Aufnahme im KH.8:30 soll ich kommen. Ich versuche möglichst lange zu schlafen, da ich nüchtern hingehen will. Auf die Minute genau komme ich auf der Gyn an. Allerdings schickt mich die Schwester erst wieder runter zur Patientenaufnahme… hätte man auch gleich am Telefon sagen können, aber gut. Es ist nur eine Frau vor mir. Als ich rauskomme sitzen min. 10 Menschen im Wartezimmer. Puh! Glück gehabt ;)… beim Aufnahmegespräch ging es hauptsächlich darum, was ich für ein Zimmer will und wie es abgerechnet werden soll. (Klar,bei Privatpatienten klingelt die Kasse.) Im Laufe des Vormittags ändert sich fünfmal die Aussage zur Frage, ob der Eingriff stationär oder ambulant stattfindet. Aus eben erwähntem Grund stelle ich mich auf eine Nacht im KH ein.Die Schwester in der Gyn ist sehr lieb und witzig, sodass meine Aufregung erstmal verfliegt. Ich erwähne, dass meine Schwiegermutter auch hier arbeitet. Sie rät mir, dies allen Ärzten immer wieder zu sagen, dann steigt die Motivation. Ich beherzige dem Tipp und tatsächlich sind alle immer gleich hellhörig und werden noch freundlicher.Beim Lesen der 12! Seiten Aufklärungsbögen kommt leichte Panik hoch… und ja, ich habe alles gelesen und sogar Randnotizen gemacht. 🙈 Zudem hab ich nichts unterschrieben, bevor ich nicht mit dem zuständigen Arzt gesprochen hatte… ich bin noch nicht ganz fertig als mich der Assistenzarzt der Gyn aufruft. Sein Oberarzt sitzt neben ihm. Ich finde beide nicht unbedingt sympathisch, aber versuche offen zu bleiben. Sie haben beide einen Migrationshintergrund und ich muss die Namensschilder mehrmals lesen, ehe ich ihre Namen verinnerlicht habe (Es sind einfach zu viele Vokale 😅😅). Allerdings ist ihr Deutsch gut verständlich… 🙂 also kein Problem. (Ist in Kliniken manchmal schwierig.) Ich muss mich nur bemühen, die Lehrerin in mir auszuschalten und nicht jeden Fehler zu korrigieren 😂😂😂 es klappt nur teilweise, weil ich so aufgeregt bin. Aber der Oberarzt nimmt es locker. Er hat das Gespräch recht schnell an sich genommen und erfragt meine komplette Kinderwunsch-Geschichte. Er hört aufmerksam zu. Sieht mir in die Augen. Jetzt mag ich ihn mehr. Er gibt sich große Mühe. Nachdem ich alles erzählt habe, sagt er: „Tja. Es ist alles gemacht. Meine Kollegin hat Recht, ich muss sie leider aufschneiden. Tut mir leid!“ In dem Augenblick mag ich ihn noch mehr… er gibt mir das Gefühl, dass er es mir wirklich gerne ersparen würde und ich nicht nur eine weitere OP für ihn bin. Er erklärt alles sehr ausführlich.. ich stelle Fragen und wir klären, was ich will und was nicht. (z.B. darf er auch im Fall der Unbrauchbarkeit meine Eileiter nicht entfernen.) Wir machen sogar ein paar Witze. Ob natürlichen Killerzellen bestimmt werden können, weiß er nicht, aber er verspricht zu fragen und alles, was geht, zu klären. Er erklärt, dass er scratching machen wird, weil das helfen kann bei der Einnistung. Ich bin froh, dass er es von sich aus anbietet. Dann folgt noch der US, den der Assistenzarzt wieder machen darf. Soweit ist alles fein… Alles was wir verabredet haben, schreibt er auf die Aufklärungsbögen und dann unterschreibe ich. Beim Rausgehen sagt er noch, dass ich mir Kopien davon machen lassen soll. Gute Idee ☺.

Anschließend geht’s noch ab zur Anästhesie. Die junge Ärztin ist sehr nett und klärt mich ebenfalls gut auf.Da ich Narkosen ja nicht gut vertrage, bekomme ich morgen kein Gas, sondern nur Propophol und Mittel gegen Übelkeit. Auch hier gehe ich mit einem guten Gefühl. Sie erlaubt mir sogar eine Schlaftablette heute Abend ;). 

Als ich fertig bin, schaue ich noch bei meiner Schwiegermutter auf Station vorbei und trinke einen Kaffee. Da ich morgen die Erste im OP bin und um 6:15 im KH sein muss, nimmt sie mich gleich mit,wenn sie zur Frühschicht fährt. Sie verspricht auch nach der OP im Aufwachzimmer vorbei zu kommen. Ein Luxus, den ich in der KiWu nicht hätte ;). .. 

Insgesamt lief also alles super. Dennoch kullern ein paar Tränen als ich zum Auto laufe.:'( Ich hab leider immernoch Bammel und bin natürlich traurig, dass ich nun auch noch diesen Schritt auf dem Kinderwunschweg gehen muss…

Ich hab mich dann zum Mittag noch mit meiner Freundin getroffen und danach bei meiner Mama auf Arbeit vorbei geschaut. (Und mir nen Slip in XL gekauft, damit nix drückt. 😂😂😂)Der Lieblingsmann ist zum Glück diese Woche auch da und hat mich nachmittags bei einem Stückchen Kuchen getröstet. Nachher werde ich noch Baden, denn darauf muss ich ja erstmal verzichten :?. 

Also bis Morgen ihr Lieben! 

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33 Gedanken zu “Einmal die große Hafenrundfahrt, bitte! 

  1. Ich habe den Beitrag heute früh nach meinem Nachtdienst noch gelesen und fest an dich gedacht und alle Daumen gedrückt (war zu müde das zu schreiben 🙈)
    Ich drücke weiter die Daumen und hoffe, dass „was größeres“ sich hoffentlich als nichts zu fieses rausstellt. 😕
    Fühl dich fest gedrückt und meine Daumen sind weiterhin ganz fest gedrückt. Du hättest so sehr mal ein positives Ergebnis verdient!
    😚😚😚

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  2. Alles, alles Gute für morgen! Schön, dass Dein Sinn für Humor noch nicht über den Jordan ist. Könnte einem ja leicht passieren. Bei so viel Unbill. Ich drücke alle Daumen für ein gutes Ergebnis … was immer das in Deiner Situation genau heißen mag… 😦 LG Tina

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  3. Alles Gute und eine ruhige Nacht wünsche ich dir! Morgen um die Zeit ist es schon längst vorbei und dein Mann kann dich betüdeln 😊
    Ich hatte die gleichen Gedanken wie du und war traurig, dass dieser Schritt wirklich sein muss. Ich versteh dich. Aber Kopf hoch – ein Schritt ist ein Schritt!

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