Stillgeschichten Nr.4 – geliebter Feind

DONNERSTAGABEND: Ich komme grad aus dem Schlafzimmer. Ole schläft. In SEINEM Bett… ich hab ihn nicht dort abgelegt, er ist dort eingeschlafen. Einfach so. Ich hab nur 5 Minuten seine Hand gehalten und er pennt.

Warum das so besonders ist? Ich hab ihm vorher ein Fläschchen gegeben.

Schon seit Wochen ist Ole nicht mehr beim Stillen eingeschlafen, tagsüber gar nicht und abends auch nicht mehr oft. Nachts kam er ab 1 Uhr im 90 Minuten Takt (Was Babys wohl angeblich machen, wenn sie tagsüber zu wenig hatten und quasi Nachholbedarf haben.).

Ich bin gehe auf dem Zahnfleisch gegangen. Ole war tagsüber auch sehr weinerlich. Klar. Wachstumsschub… ich bin nicht im Traum auf die Idee gekommen, dass er Hunger hat. Geht ja schon seit Wochen so. Meine Erklärung war, dass er halt einfach ein schlechter Schläfer ist. Die letzten Tage hab ich immer über eine Stunde gebraucht, bis er endlich schlief. Nachts war er ebenfalls wach, sodass ich also nicht mehr „nebenbei“ stillen konnte, sondern ihm nach dem Stillen noch ewig beruhigen musste. Es war einfach heftig. Vom Zustand meiner BW will ich gar nicht erst anfangen…🙈

Vor 2 Tagen lag ich heulend neben ihm im Bett, weil ich so müde war. Und dann hatte ich so Panik gleich wieder geweckt zu werden, dass ich gar nicht mehr einschlafen konnte. Aus lauter Verzweiflung schrieb ich dem Lieblingsmann, der im Gästezimmer schlief, lange Texte, dass ich es nicht mehr schaffe und völlig fertig bin.

Tja. Nun ist eine Stillmama nicht einfach zu ersetzen… dachten wir. (Stillen ist ja auch Nähe und Geborgenheit.) Und doch sollte der Lieblingsmann wenigstens eine Mahlzeit übernehmen, damit ich mal 3 Stunden am Stück schlafen kann.

Da ich beim Abpumpen kaum noch Milch rausbekomme – Ole zieht einfach so viel stärker als die Pumpe – musste halt Pre Milch her. Und trotz Stillens trank er noch 80 ml und nachts noch 40 ml hinterher. Und von jetzt auf gleich schlief er heute Nacht zwei Mal 4 Stunden am Stück. Entweder ist das ein blöder Zufall oder mein Körper löst ab einem gewissen Erschöpfungsgrad einfach zu wenig Milchspendereflexe aus oder Ole ist nachts zu müde, um richtig zu trinken?? Jedenfalls hatte er nachts wohl doch Hunger. Nix mit in den Schlaf nuckeln usw.

Nachdem wir ja schon seit Wochen tagsüber stündlich anlegen und es dennoch nicht mehr Milch wird, werden wir nun zumindest abends/nachts zufüttern und hoffen, dass dadurch die Nächte besser werden. Auf Dauer ist diese Übermüdung nämlich für niemanden tragbar.

Mein Baby ist nun also offiziell nicht mehr voll gestillt. 😔 Ich hoffe aber, dass mit dem Beikoststart nächste Woche die vorhandene Milch wieder reicht.

Ach zum Thema Beikost: Das Kind ist sowas von heiß drauf, das kann man sich gar nicht vorstellen. 😂 Ausnahmslos jeder, der ihn in einer Tischsituation sieht, erkennt das. Er vergöttert den Löffel und wenn ich ihm Pre Nahrung damit füttere, ist er im 7. Himmel. Ich habe ja erst noch etwas gehadert wegen der WHO Empfehlung… aber wie sagte seine Patin so schön: Die WHO kennt dein Baby ja nicht persönlich. 😄

So viel also zu Plänen und der Realität… ach ja: Ich möchte hiermit übrigens nicht sagen, ich hätte nicht genug Milch – ich bin nach allem was ich bisher gelesen habe überzeugt, dass bei richtiger Stimulation auch meine Brust noch mehr produzieren würde… aber ich habe schlichtweg keine Kraft mehr, dem Stillen noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. So viel Ehrlichkeit muss sein. Mein Limit ist erreicht. Schade. Ich dachte ich würde länger durchhalten, aber wie heißt es: Wer es sich leicht machen will, gibt Fläschchen. 😉

Ein stiller Gruß an alle tapferen Still- und Fläschchenmamas von Frau Mutterherz 💕

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17 Gedanken zu “Stillgeschichten Nr.4 – geliebter Feind

  1. Wichtig ist, dass sich alle wohl fühlen. Nach Bedarf bzw. Bedürfnis stillen, schließt nicht nur das Baby ein, sondern auch die Mutter. 🙂

    Nur mal so gaaanz nebenbei, muttermilch ist nach 60-90 Minuten verdaut. 🙈

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  2. Endlich kann ich dir mal einen Kommentar hinterlassen, weil ich gerade über wordpress eingeloggt bin (ich lese sonst fleißig am Handy mit, kann dann aber ohne log-in nicht liken und kommentieren)
    AAAAlso: ich finde, du machst das ganz richtig! Das kleene Froillein hat mich auch nie schlafen lassen und kam über Wochen stündlich. Zum durchdrehen! Was hätte ich dafür gegeben, wenn sie die Flasche akzeptiert hätte. Hat sie aber erst mit neun Monaten, glaube ich. Die Flaschennahrung enthält übrigens oft Stärke, die sättigender ist. (Bei Pre-Milch ist, das m.E. nicht so) aber das ist der Grund, weshalb viele Kinder dann länger schlafen. Deine Milch ist also nicht zu dünn oder zu wenig, sondern, die Natur möchte uns Frauen einfach in den Wahnsinn treiben 😉 vielleicht soll das ja dazu beitragen, dass nicht sofort wieder ein Zyklus einsetzt??? Reine Spekulation 😉 liebe Grüße von Madame Frauenbauch

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  3. Ich war auch stolz auf 16 Wochen vollstillen und das nur über Pumpe und Flasche. Im Nachhinein hätte ich viel früher mit Premilch anfangen sollen, weil es so viel entspannter war. Aber ich hab immer die Muttis beneidet, die nachts einfach nur das Kind ranziehen und die Brust rausholen müssen. Da ist Fläschchen definitiv nicht einfacher, ich schließe mich Jil an. Mehr Schlaf vielleicht, aber die Portionierung, Wasser abkochen, Zubereitung, das Abwaschen, Sterilisieren, das Geschleppe von dem ganzen Kram überallhin (und die Brüste hat man ja dennoch dabei :-)) etc kostet Zeit und Nerven.
    Aber schön, wenn Ole jetzt satt und damit dann auch zufriedener wird!

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  4. Ich finde , Stillen wird total überbewertet. Dein Kleiner hat doch nix von einer total übermüdeten und genervten Mutter. Und ich finde es ehrlich gesagt nicht normal, wenn ein Baby, welches bald fünf Monate alt wird, immer noch stündlich an die Brust will. Richtig ist, was euch gut tut. Und Liebe und Geborgenheit vermittelt man nicht durchs Stillen alleine.

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  5. Ach ja noch eine kleine Anekdote zur Bemerkung wer Fläschchen macht macht es sich einfach 😉 Ich muss in der Nacht aufstehen, zur Küche laufeb und im Halbschlaf Milch mixen, dabei habe ich mir schon öfters kochendes Wasser über die Hand geschüttet 😉 und beim letzten Mal bin ich so schnell ins Kinderzimmer gerannt mit Flasche, dass ich mir den Zeh gestoßen habe und der nachher gebrochen war 😉 soviel dazu 😉 Ich hoffe du konntest etwas schmunzeln 😉

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  6. Ich wollte nur sagen, dass das Wichtigste ist, dass der Kleine satt wird. Das ist oberste Priorität und sollte über allem stehen. Ich finde es schlimm wenn dieser Stillstolz über alles geht. Ich selbst habe von Anfang an die Flasche gegeben und mein kleiner ist jetzt 8 Monate alt, bekommt seit er 4 Monate alt ist Brei, liebt das Essen und hat bisher noch kein Fieber, keinen Schnupfen, Husten oder Ähnliches. Ich finde es schade, dass das Fläschchen geben als so etwas furchtbares angesehen wird, wir haben nur positive Erfahrungen damit gemacht, zbd dadurch dass mein Mann ebenfalls die Flasche geben kann haben die beiden ein sehr inniges Verhältnis, das ich nicht missen möchte… Lg 🙂

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    • Ja ich habe einen Stillstolz – ich bin stolz auf 19 Wochen vollstillen. Und ich bin vernünftig genug meine Grenzen zu akzeptieren. 😉 unter anderen Umständen würde ich ewig stillen, aber meine Realität ist nun so und da gibt’s jetzt auch mal Fläschchen. 😊

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  7. Lass dir da nix einreden von wegen wer es sich leichtmacht gibt Fläschchen… den Schritt zu gehen kostet ja unheimlich viel Kraft, so weg vom vollstillen. Wichtig ist aber einfach, dass es euch allen gut geht. Und dazu gehören auch ruhige Nächte und wenn du sie mit der Flasche bekommst ist doch alles super, dann hast du Kraft für den Tag 😊
    Bei Nummer 2 wollte ich auch voll stillen, da es beim Großen wegen der Frühgeburtlichkeit nicht geklappt hatte… trotz diverser Mittelchen würde es nicht genug Milch und wir sind lange zweigleisig gefahren.

    Ich drücke die Daumen, dass es mit den Nächten so weiter geht ❤️🍀✊🏻

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