Schub schubidu… 🙄

Unsere gemeinsame Elternzeit neigt sich dem Ende und unser SpĂ€tzchen holt nochmal richtig aus. Er ist im fĂŒnften Entwicklungsschub und es ist MEGAnervig.

Ich war ja ursprĂŒnglich keine große AnhĂ€ngerin der Schubtheorie. Aber auch als Mama lernt man stĂ€ndig dazu.😉 Es soll ja Kinder geben, bei denen man die SchĂŒbe kaum merkt… hier wohnt keins davon. đŸ€Ł

Aber so heftig war es bisher kaum. Zumindest was die GefĂŒhlsausbrĂŒche angeht. Ich hab das gestern etwas recherchiert- Differenzierung der GefĂŒhlswelt scheint wohl ein nĂ€chster Entwicklungsschritt zu sein. Jedenfalls komme ich mir grad vor wie in einer Mini-PubertĂ€t.

Ole wechselt innerhalb von Minuten zwischen verschiedensten Stimmungen. Die meiste Zeit scheint ihm nichts recht zu sein, er ist anhĂ€nglich, weinerlich und nörgelig. Und wehe, WEHE es lĂ€uft was gegen seinen Willen 🙈🙈🙈. Wir haben gestern mal wieder die volle Aufmerksamkeit gehabt, als ich aif einem Parkplatz versuchte, ihn in seinen Autositz zu setzen. DRAMA Baby. Ich glaube einige Leute wollten schon das Jugendamt verstĂ€ndigen…đŸ˜±. Er schrie und schrie und schrie. 15 Minuten. Also die komplette Heimfahrt hindurch.

Wobei man nun einen deutlichen Unterschied zu den anfĂ€nglichen Schreiattacken erkennt. Der Tonfall ist ganz anders. Und manchmal merkt man, dass er sich richtig anstrengen muss und das Geschrei fast „rauspresst“. Er testet dabei verschiedene Tonlagen und Intervalle und wartet meine Reaktionen ab. Als ich nicht reagierte, beruhigte er sich. Als ich ihn wieder ansprach, drehte er erneut auf. 🙄 In solchen Momenten finde ich den BedĂŒrfnissoriebtierten Stil echt schwierig. Je mehr er schreit desto genervter bin ich. Und je genervter ich bin, umso weniger feinfĂŒhlig kann ich sein. Das, was er da eigentlich grad brĂ€uchte… das ist echt verzwickt.

Anderseits gibt es nunmal Aspekte, bei denen ich auf seine BedĂŒrfnisse kaum RĂŒcksicht nehmen kann. Und die Sicherheit wĂ€hrend der Autofahrt ist einfach indiskutabel. Wir haben uns ja bereits von der Babyschale verabschiedet, da er sie gehasst hat – vermutlich, weil sie an den Schultern so eng war. Er hat also einen Reboarder bekommen, der auch ab Geburt zugelassen wĂ€re. ZunĂ€chst saß er darin sehr gerne und schlief auch ganz schnell beim Fahren ein. Er liegt auch wirklich entspannt darin und kann gut spielen. Aber seit kurzem gibt es richtige KĂ€mpfe, wenn es ums Anschnallen geht. Er macht sich komplett steif, sodass man ihn nur mit Gewalt setzen könnte. Was wir natĂŒrlich nicht wollen! Wir versuchen es mit Ablenkung, aber es ist sehr sehr anstrengend. Und wenn er kurz unachtsam war und wir das ausnutzen konnten, dann ist er danach natĂŒrlich empört und Ă€rgerlich. Was ich total verstehe…😊

Naja ich hoffe, dass mein Terrorzwerg bald wieder normal ist und so lange versuche ich meine innere Mitte zu finden. 😉 Zumal ich es erstaunlich finde, WIE STARK der Wille dieses kleinen Wesens ist. Wir wissen ja, dass er da voll nach uns kommt und dass er ohne diesen Drang vielleicht gar nicht bei uns wĂ€re (mein 40er HCG- WUNDER 😍), aber wir haben auch echt Respekt vor der Zukunft und der Autonomiephase… 😂 Wahrscheinlich herrscht hier dann phasenweise der Ausnahmezustand.

Wie lĂ€uft das bei euch so mit den SchĂŒben?

Schönes Wochenende wĂŒnscht Frau Mutterherz 💕

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5 Gedanken zu “Schub schubidu… 🙄

  1. BedĂŒrfnisorientiert heißt nicht, das eigene Leben an den BedĂŒrfnissen des Kindes auszurichten, sondern die BedĂŒrfnisse _aller_ Beteiligten möglichst gut unter einen Hut zu bringen. Vergiss nicht auf deine eigenen BedĂŒrfnisse! Starke Nerven wĂŒnsch ich. 😉

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  2. Bei Ole muss ich ja immer an meine bald 4 jĂ€hrige denken. Es war ein langer steiniger Weg bis zu der Erkenntnis, dass sie eben nun mal ein Ă€ußerst forderndes persönchen ist. Und ich als Fels in ihrer Brandung noch viel auszuhalten habe. Vielleicht hast du schon von nora imlau’s Buch gehört…so viel Freude so viel Wut? Ich bin echt kein Fan von Mode diagnosen, trotzdem hilft es ungemein darin zu lesen! Reicht wenn man sich das vorgeplĂ€nkel spart und bei Seite 80 anfĂ€ngt. Aber dann…! Ich kenne mittlerweile eine Hand voll Kinder um uns herum, die alle Ă€hnlich ticken wie meine große oder vielleicht dein Ole. Ich kann mich da jetzt so ein bisschen aus dem Fenster lehnen, weil der kleine Bruder, der nur einen Monat jĂŒnger ist als Ole, uns so unfassbar ‚einfach‘ vor kommt! Dabei ist er nicht mal besonders pflegeleicht, er schlĂ€ft nicht ‚einfach so‘ ein und will möglichst viel getragen werden und schreit auch gerne mal, normal eben, ABER er ist vom Wesen her viiieel gelassener. Da ist nicht dieses drĂ€ngende, getriebene, am liebsten sofort alles haben/können mĂŒssen. Er wird von seinen GefĂŒhlen nicht so ĂŒberrollt wie seine Schwester. Mein Mann und ich können immer gar nicht fassen wie ‚leicht‘ (ich habe wegen ihm heute zwischen 3 und 6 nicht geschlafen und seit dem hĂ€ngt er quasi nur an mir dran. Das nur kurz als relation zu ‚leicht‘ (-; ) es mit ihm ist. Und zu deiner Frage:ja SchĂŒbe kennen wir auch, aber auch die fallen beim kleinen eben milder aus. Ich kann dir nur raten akzeptiere die jeweilige Situation, auch deine Verzweiflung und die Wut!! Gib diesen GefĂŒhlen unbedingt Raum! Genau wie du versuchst Ole fĂŒr seine heftigen GefĂŒhle Raum zu geben. Und mit Raum meine ich einen inneren Ort, also nicht die Aggression oder Trauer wegdrĂ€ngen, weil du ja die starke Mama bist, sondern dir in dem Moment die GefĂŒhle zu gestehen, auszuhalten, mal kurz in eine Meta Ebene abdriften und dich wie eine beste Freundin bemitleiden, in den Arm nehmen und Mut machen. Das klingt jetzt vielleicht total esoterisch, aber es hilft dabei, das Kind und dich durch den Sturm zu tragen! Hinter gefĂŒhlsstarken Kindern stehen eben oft auch solche Eltern, die jetzt mit ihren Kindern lernen mĂŒssen mit ihren heftigen Emotionen umzugehen,weil es uns damals niemand beigebracht hat! Sorry, dass es so lange geworden ist…und Mist…nun ist der kurze wach und das essen noch nicht gekocht..😆

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    • Ich finde deinen Ratschlag total super und werde versuchen, mir selbst eine gute Freundin zu sein. 😘 Ich war/bin auch ein emotionaler Mensch und kann meinen kleinen Terrorzwerg echt gut verstehen. Ist ja auch doof, wenn nicht alle machen was man will… đŸ€Ł Danke fĂŒr den Zuspruch.
      Ich bin mir sicher, dass diese extreme WillensstĂ€rke unsere Kinder sehr weit bringen wird im Leben. Es ist eine BĂŒrde, aber auch viel Potenzial. 😀 LG

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  3. HĂ€hĂ€… Der schlimmste Schub ist der nĂ€chste der kommt. Und wenn ihr Pech habt geht der auch arg lange. Der nĂ€chste fiese ist dann der achte. Durchhalten. Ehrlich gesagt…die Autonomiephase find ich nicht so anstrengend wie die SchĂŒbe… Liegt aber vielleicht daran, dass das diskutieren mit meinem Sohn ist so niedlich ist, dass ich eher lache als genervt zu sein, weil er unbedingt mit den schlappen raus will aber auf gar keinen Fall die Jacke anziehen mag😂

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