Das hat gesessen

Also das Baby, und zwar den ganzen Tag. 😁 und ich staunend und möglichst unauffällig in der Nähe, stets bereit, es aufzufangen.

Dienstagabend gab’s den ersten Versuch, der mit einen Aufprall auf dem Parkett endete. 🤦🏼‍♀️ Mutter war zu langsam…

Mittwoch saß er dann so halb bei seinen Urgroßeltern auf dem Teppich. Meine Oma war völlig euphorisch – Ole weiß halt wie man sich beliebt macht. 😉

Gestern Pause.

Und heute dann saß er da und guckte etwas überrascht. Nach 2 – 3 „Trockenübungen“ robbte er los und setzte sich überall im Wohnzimmer bzw. Esszimmer mal hin – als wolle er testen, ob’s überall klappt. 😁 Ich hab Blut und Wasser geschwitzt, aber was will man machen 🤷🏼‍♀️ …

Frühs hatten wir die U5. Ole ist 68 cm groß und 7,2 kg schwer. Nach allen Tests bestätigte die Kinderärztin, was ich schon ahnte: Er ist sehr weit, nicht nur motorisch auch in der Wahrnehmung und nonverbalen „Kommunikation“- eher so wie ein 10 Monate altes Baby. Vermutlich zieht er sich demnächst hoch und läuft eventuell schon Weihnachten. 🙈

Das ist natürlich irgendwie cool, führt aber hier auch zu vielen Problemen (über die ich schon längst schreiben wollte, weil es mich echt belastet), denn nicht alle Hirnteile entwickeln sich gleich schnell, daher unsere sehr sehr unruhigen Nächte und neuerdings enorm viele „Gefühlsausbrüche“ – teilweise stundenlang wegen verschiedener Kleinigkeiten. Gestern war es so schlimm, dass wir schließlich nackig im Bad saßen, weil Ole sich nichts anziehen ließ 🙈 eigentlich wollte ich ihn umziehen, weil wir mit den Großeltern essen wollten… wir sind dann kurzerhand zusammen in die Wanne, was wenigstens kurz Ablenkung brachte.

Abends bin ich entsprechend oft gerädert und dünnhäutig beim Lieblingsmann – was nicht unbedingt beziehungsförderlich ist. 🙁 Der Schub ist also irgendwie kein Schub, sondern wird wohl eine Phase…

Meine Aufgabe für die nächsten Jahre lautet also, meinem Kind zu helfen, mit seinen extremen Gefühlen (positiv wie negativ) umzugehen. Ich erkenne mich selbst sehr darin wieder und hoffe, dass mir das gelingt, denn leider ist es genau das, was ich als Kind vermisst habe. Oft lief ich im Kindesalter weinend/wütend in mein Zimmer und hatte gehofft, dass jemand nachkommt – was aber selten geschah und wenn dann eher zum schimpfen.

Mein Mann wurde in seiner Autonomiephase – die wohl auch extrem war – einfach in einem Raum allein gelassen bis er sich beruhigt hatte. Zum Glück bleibt uns ja noch etwas Zeit uns dahingehend zu informieren…in der Zwischenzeit diskutiere ich weiter mit meiner Familie darüber, ob ich Ole verwöhne, weil ich ihn immernoch nicht schreien lasse. 🙄 er ist ja schließlich kein Neugeborenes mehr… 🙄🙄🙄

Irgendwie hab ich in der gesamten Kinderwunschzeit nie damit gerechnet, dass es mal so kommen könnte, obwohl die Entwicklung gar nicht abwegig ist, denn Ole hat sehr viel von mir und dem Lieblingsmann – blöder Weise eher in der „ungünstigen“ Kombination.

Nunja man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Ein schönesWochenende wünscht euch Frau Mutterherz 💕

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19 Gedanken zu “Das hat gesessen

  1. Hey. Mir ist noch ein großer Vorteil eingefallen, den so ein schon früh forderndes Menschenkind mitbringt, zumindest habe ich es so erlebt. Eltern von genügsameren Babys sind mitunter geschockt und völlig überfordert, wenn ihre Kinder plötzlich ihren eigenen Willen entdecken und entsprechend intensiv versuchen den auch ausleben zu dürfen. Ihr hingegen seid dann schon Profis! Ihr habt also mit Ole ein Kind das sich mit euch schon jetzt auf Augenhöhe austauschen möchte! Das macht es nicht weniger anstrengend, aber vielleicht erträglicher! Es ist auch ein Geschenk, ein Kind mit soviel kommunikativer Kompetenz zu haben. 😊Also für uns kam die Autonomie Phase jedenfalls nicht überraschend, sie schlich sich vom ersten Tag ein. 😉

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  2. Das mit den Gedanken zu Oma und Opa kenne ich gut. Aus eben demselben Grund habe ich meinen Kleinen noch nicht mit meiner Mutter zusammen allein gelassen. Ich traue es ihr im Moment nicht zu und habe Angst, dass sie überfordert ist und ihn wirklich schreien lässt. Das hat kein Kind verdient.
    Ole ist ja wirklich ein ganz flotter. Ein wenig beneide ich dich darum. Ich habe das Gefühl, unser Kleiner wird es nie können 😉
    Wir waren gestern auch zur U5 und die Ärztin fragte, ob er sich schon drehen kann. Das musste ich leider verneinen, er bewegt sich aktuell gar nicht fort. Er übt das Drehen immer mal wieder, aber so wirklich will er es noch gar nicht.

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  3. Ich weiß ganz genau, was du meinst. Meine Tochter war auch so ne rasante. Und das Gefühl des betrogen seins kommt mir auch echt bekannt vor. Aber im Nachhinein betrachtet, war es trotzdem super. Man gewöhnt sich definitiv daran. Und auch das Verarbeiten von Erlebnissen wird besser. Obwohl ich bei meiner Maus mit fast drei Jahren immer noch merke, dass sie anders ist, als andere Kinder. Aber solange man sich als Mutter/Eltern darauf einlässt und auf die Bedürfnisse seines Kindes eingeht, kann man eigentlich nichts falsch machen. Unsere Kinder werden es uns sicherlich später einmal danken, dass wir sie nicht nach Schema f versucht haben abzufertigen 😊
    Ich macht das super 😉
    Liebe Grüße

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    • Ja das hoffe ich sehr. Was ich etwas schwierig finde, ist ihn den Großeltern zur Betreuung zu geben. Sie lieben ihn abgöttisch, aber sind halt von Schema f überzeugt… ich hoffe einfach immer, dass er dort keinen Gefühlsausbruch hat 🙈 und bisher war er ja auch sehr selten und nie länger als 3 Stunden dort.

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  4. Oh der kleine Mann macht riesige Fortschritte – das alles erinnert mich sehr an M. Sie saß und krabbelte mit 6 Monaten🙈 auch ich habe mich immer um Babymonate betrogen gefühlt und hätte oft gerne ein nicht so schnelles Mädel gehabt. L ist entspannter, auch wenn sie mit ihren korrigierten 6 1/2 Monaten auch schon die ersten Krabbel und Sitzversuche macht. M ist heute noch schnell in ihrer Entwicklung, aber mit viel Ritualen und Zuneigung haben wir uns an ihr Tempo angepasst und sind ein eingespieltes Team.
    Ihr macht das super mit Ole – Zweifel nicht so viel an dir. Das Bauchgefühl einer Mama ist das Beste für die Kleinen. Glaub an euch – ihr seid ein super Team!

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  5. Ich sehe so sehr Raphaels Kumpel. Der ist 15 Tage älter und läuft seit zwei Wochen frei. 🙈 Der ist auch so ein flotter und seiner Mama geht es ähnlich wie dir.

    Und ja, wir Mamas mit „lahmen Enten“ haben es sicher leichter, dass es länger dauert. Allerdings fühlen sich manche auch unter Druck gesetzt oder machen sich Gedanken, ob sie irgendwas falsch gemacht haben, weil sie nur sehen, oh der läuft und meiner steht noch nicht einmal. Da hilft es, dass drum rum auch mal zu sehen. Ich gebe zu, selten hab ich auch die Gedanken, aber verscheuche sie recht schnell, weil sich jedes Kind in seinem Tempo entwickelt.

    Und Ole kann keine besseren Eltern als euch haben. ❤️

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  6. Zuerst einmal… Ihr macht das ganz toll mit eurem Ole.
    Unser Sohn (auch ein ICSI – Baby) ist von Anfang an auch eher ein forderndes Kind.
    Die letzten beiden Monate waren bei uns wirklich heftig, mit sehr vielen Wutausbrüchen vom kleinen Mann, Weinerei und noch mehr schlechtem Schlaf inklusive Dauerstillen.
    Dafür hat er jetzt mit 7 Monaten seinen sechsten Zahn bekommen, kann sitzen und krabbelt seit letzter Woche, nachdem er einen Monat rückwärts robbend unterwegs war.
    Aber wenn man sich einmal klar macht, was für eine große Veränderung stattfindet vom unmobilen Baby zu Ich komme jetzt überall hin wo ich hin möchte, dann finde ich die Quengelei und vor allem den schlechten Schlaf verständlich… Auch wenn er manchmal stark an Mamas Nerven zehrt.

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    • Oh na da hast du ja auch volles Programm 😄. Du hast völlig recht damit, dass unsere Kleinen gerade extrem viel leisten, was vieles erklärt.
      Wir waren halt ohne Kind extrem strukturiert und sehr gut eingespielt… das wurde ziemlich über den Haufen geworfen und das verunsichert mich oft. Ich versuche mich auf kleine Schritte und Veränderungen zu konzentrieren und werde mir deine Worte immer wieder bewusst machen. Bei all der eignen Anstrengung vergisst man/ich oft, was die Babys da leisten… LG

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      • Ich war vor der Geburt auch sehr organisiert und die Tage waren durchgeplant. Mir fällt es jetzt auch immer noch sehr schwer, dass ich die 2 oder 3 Sachen, die ich mir für den Tag vorgenommen habe oft nicht schaffe und bin dann dementsprechend frustriert.
        Ich hoffe, dass ich mich daran noch gewöhnen kann. Im Endeffekt ärgere ich mich nämlich über mich selbst, dass mir der blöde Haushalt in dem Moment so wichtig war.

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  7. Ich glaube, ich darf nicht mehr mitlesen! 🤣 BabyHannes hat sich heute vom Bauch auf den Rücken gedreht, das war kein Ausrutscher…
    Nein, natürlich lesen ich gern weiter mit und finde auch, man sollte auf seinen kleinen Engel hören und nicht auf gut gemeinte Ratschläge! Habe heute erst gelesen, das BabyJungen sensibler sind als BabyMädchen. Sie sollen nicht in die Schiene „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ geschoben werden. Sie sollen Gefühle zeigen und diese sollen erwidert werden.
    Ich finde, ihr macht das toll! 😍

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  8. Oh ich erkenne uns beziehungsweise unseren Kleinen direkt wieder in deinem Beitrag. Wenn einfach alles zuviel hat L. auch immer nur noch geschrien und wusste sich selbst nicht mehr zu helfen. Was uns super und eigentlich auch als einziges geholfen hat war, ihn zu halten, zur Not wirklich auf dem Arm halten, kuscheln und ruhig zusprechen, egal wie er sehr er schrie und sich wehrte. Wie sich nämlich dann schon nach einigen Minuten heraus stellte war das genau das, was er gebraucht hat um zu sich zurück zu finden. Vielleicht hilft das bei Ole auch. Ihr macht das ganz toll,lasst euch bloß nichts anderes einreden. Ich freue mich immer wieder von Eltern zu lesen, die ihre Kinder auch kindorientiert erziehen ohne auf die altbacken Ratschläge aus dem Schulbuch zu hören 😉 Ganz liebe Grüße

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      • Bei unserem zweiten Sohn war es genau so: mit sechs Monaten konnte er sitzen, mit 9 lief er ( und das gleich von Beginn an ziemlich gut), mit 10 Monaten stieg er die Stufen zur Rutsche hoch. Manchmal finde ich, dass die Eltern, deren Kinder sich mehr Zeit lassen, besser dran sind.

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      • Da gebe ich dir recht. Ich fühle mich regelrecht gehetzt von dem Tempo – komme kaum hinterher hier alles babysicher zu machen. Man hat das ja so schnell nicht auf dem Schirm.

        Und ich fühl mich um einige Babymonate betrogen… 😉

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