Update: Desaströse Ende einer traumhaften Reise

Am Donnerstagabend fuhren wir zum Flughafen in Palma. Ole schlief zum Glück nochmal ein und ich dachte daran wie perfekt dieser Urlaub war… bis zu dieser Sekunde als wir den Flughafen betraten. Wir suchten unseren Flug auf der Anzeigetafel und dahinter in Rot: „gecancelt „. Was? WAS? Ich brauche Minuten um es zu realisieren – mein Alptraum wird war. Ich bekomme eine kurze Panikattacke. Aber alle Eltern wissen: Panik kannst du dir nicht leisten…

Der Lieblingsmann passt auf Ole auf, ich rufe unser Reisebüro an und werde nochmals gebrieft, was wir nun tun müssen. Parallel macht unsere Sachbearbeiterin Überstunden und versucht Infos für uns rauszufinden… wir schreiben immer wieder und schicken Sprachnachrichten. Irgendwann höre ich im Getümmel schrilles Kindegekreische, das es natürlich vorher schon gab. Aber nun ist es mein Kind und mein Mutterherz registriert die Töne. Es ist wie eine Bluetoothverbindung, die quasi nur mit dem gekoppelten Gerät funktioniert. Glücklicherweise sehe ich Ole und winke ihn zu mir. Er beruhigt sich kurz, aber als feststeht, dass wir erst in 2 Tagen heimkommen,  bricht er in Tränen aus und weint bitterlich nach seinem „Zuhause-Bett“. Ich tröste ihn, aber registere auch, dass es jetzt einfach raus muss. Wir begleiten seine Gefühle während wir in einem Englisch-Spanisch-Mix erklärt bekommen, wann wir fliegen,  wo wir bis dahin schlafen und dass wir uns um den Transfer zum Hotel, zum Flughafen und vom Flughafen nach Hause selbst kümmern müssen. Und die Kosten dann einreichen können. Yeah. Übrigens wollten wir ursprünglich in Nürnberg landen- da steht auch unser Auto. Wir werden allerdings nach Düsseldorf geflogen… wer nicht googeln möchte. Gute 500 km entfernt. Mein Mann organisiert, dass unser Auto in Nürnberg geholt wird. Wir bekommen zum Glück ein Taxi- 2 annulierte Flüge müssen vom Flughafen selbstständig wegkommen. Ein Leihwagen für 2 Tage kostet 391 € …

Wir werden in ein Hotel gebracht, unser Zimmer ist 3 Meter neben der Bühne. Die Animation geht bis 23:30 Uhr, die Engländer in dem Hotel trinken und kotzen noch länger vor unserem Zimmer… wir schlafen irgendwann erschöpft ein. Den Tag verbringen wir am Strand, es ist halbwegs ok. Außer dass wir erst nach 10 Stunden die Bestätigung bekommen, dass nachts ein Taxi kommt.

Am nächsten Abend geht die Animation bis nach 24 Uhr,  wir alle schlafen nur 2,5 Stunden, das Taxi ist pünktlich. Im Taxi sehen wir schon, dass unser Flug Verspätung haben wird. Wir müssen 5 Stunden mit dem übermüdeten Kind überstehen. Zum Glück habe ich 2 Filme herunter geladen. Als es noch 40 Minuten bis zum Boarding sind, steht das Terminal immernoch nicht fest… dann lesen wir im Internet, dass sich der Flug um weitere 30 Minuten verspätet. Unsere Nerven liegen blank, Ole kann nur Film gucken, aber nicht schlafen. Nichtmal als wir ihn im Kinderwagen umherschieben.

Wir wollen einfach nur nach Deutschland und irgendwie heimfahren. Zumindest konnte unser Fahrer sich nachts nochmal hinlegen, bevor er die 500 km Fahrt antritt.

Andere Passagiere hatten ICE Karten gekauft,  die nun nicht mehr passen. Haben nachts umgebucht, was nun nicht mehr passt… wir warten. Es verschiebt sich nochmal. Es ist eine Qual. Wir werden hoffentlich in 30 Minuten an Board gelassen.

UPDATE: Als der Flieger endlich vorfährt, gibt es spontan Applaus. Mir kommen die Tränen. Das Boarding beginnt,  Ole schläft noch vor dem Start ein. Der Lieblingsmann und ich können nicht schlafen. Der Pilot und die Crew sind sehr nett und empathisch. Zu den Hintergründen wisse man nichts, aber der Pilot verspricht mehrfach uns sicher heimzufliegen und dass wir es bald überstanden hätten.

Als wir landen müssen wir noch eine Weile warten bis wir eine Treppe und einen Bus haben. Auch die Koffer brauchen recht lange, aber irgendwann stehen wir endlich vor unserem Kumpel. Die fast 6 Stunden Heimfahrt vergeben zum Glück ohne Stau oder Zwischenfälle. Einmal weint Ole sehr,da er Halsweh oder einen steifen Hals hat. Er will unbedingt losgeschnallt werden und ich versuche ihn in bester Beziehungsarbeit zu beruhigen und zu begleiten. Als wir endlich an einem Rastplatz sind, hat er sich gefangen und verkündet, er wolle lieber schnell heim und müsse nicht mehr aussteigen. In unserem Dorf fängt er an zu strahlen und dann spielt den ganzen Abend mit den Großeltern. Ich bin einfach nur platt und sehr erleichtert. Das nächste Reiseziel wird mit dem Auto erreichbar sein!!!

6 Gedanken zu “Update: Desaströse Ende einer traumhaften Reise

  1. Worst case… das ist echt das letzte was man zum Ende des Urlaubs braucht. Da war unsere 1100 km Rückfahrt mit 2 kleinen Kindern aus Frankreich zur gleichen Zeit ja fast ein Spaziergang dagegen.🙈 ich hab unterwegs gelesen und hätte nicht tauschen wollen.
    Hoffentlich könnt ihr das bald hinter euch lassen und trotzdem auch noch von den schönen Erinnerungen zehren.

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    • Also die Erinnerungen sind da, aber das positive Gefühl dazu fehlt noch…

      Bei allem Stress habe ich viel über die Bindung zu unserem Sohn gelernt und ich bin so so stolz auf uns als Familie, dass wir es wirklich friedlich hinbekommen haben trotz extremem Schlafmangel. Ole war auch wirklich „vernünftig“ und hat ganz viele Bedürfnisse aufgeschoben. Sonntag hat er uns dann jedoch erklärt, dass er heute gar nicht hören kann und nur macht, was er will. 😅 Das konnten wir jedoch echt verstehen und somit hatte er einen Freifahrtschein.

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      • Haha, gestern hatte ich ein Gespräch mit unsrem Sohn, wo ich ihn noch mal an die FamilienRegeln erinnert habe. Und er so: „ach die gibt es immer noch? Aber Mami, ich bin viel zu beschäftigt um mich darum zu kümmern.“😂

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  2. Oh mein Gott 😳 ich hoffe so sehr, ihr seid endlich gut zu Hause angekommen und könnt in eurem zu Hause Bett schlafen. Du erzählst meinen größten Albtraum beim Reisen. (Sind heute von Palma nach Düsseldorf geflogen, es hat alles geklappt (TUIfly) worüber ich jetzt umso dankbarer bin)
    Ich wünsche euch einen reibungslosen Geldeingang und Entschädigung für dieses schreckliche Ende eures Urlaubs!

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    • Ich habe gerade ein Update geschrieben.

      Witzig, dann waren wir uns ja heute mal ganz nah. 😃 Ich wünsche sowas keiner Familie, es ist als Erwachsener schon heftig, aber für die Kinder wirklich eine Katastrophe. Ich werde noch viele Nächte Schlafbegleitung machen müssen, Ole schreit und jammert wie verrückt.

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