Blog-Omi

Nach 8 Jahren kann man das wohl fast behaupten. 😆 Kuchen hab ich schon gegessen… bleibt mir nur allen zu danken, die hier noch immer mitlesen. 😍

Toll, dass ihr mich aufgebaut, beraten, getröstet, ermutigt, erheitert und beruhigt habt. Toll, dass ihr einfach da wart und da seid. Auf euch! Prost! 🥂

Lachgesichter sammeln

Immer wieder diskutiert die pädagogische Welt über die Notwendigkeit oder Schädlichkeit von Lob und positiven Anreizen in der Erziehung.

Da wir ja „Erziehung durch Einsicht“ bevorzugen, gibt es zur Verhaltenskorrektur vorwiegend Gespräche, die dem Kind aufzeigen sollen, warum ein anderes Verhalten für alle Beteiligten besser wäre. Nun war das im Motz-Modus allerdings nicht mehr möglich bzw. mega nervig. Also hab ich mir doch was als positiven Anreiz überlegt und damit Ole lernt sein Verhalten zu reflektieren. Wenngleich Belohnung/Bestrafung grundsätzlich nicht optimal sind, da das Kind ggf. dann nur deswegen das gewünschte Verhalten zeigt, was ja nichts mit Einsicht zu tun hat… Dennoch wollte ich es einfach mal ausprobieren. Ole wünschte sich schon länger eine neue Tonie-Geschichte für seinen Rabe Socke Tonie und somit hatten wir das erste Ziel. Nach ein paar Verhandlungen einigten wir uns auf 10 Tage ordentlich Verhalten – d.h. Zähne putzen lassen, soweit schon möglich selbst an und ausziehen, frühs nicht übermäßig bummeln und vor allem bei Problemen nicht jammern und motzen, sondern es ordentlich mit mir besprechen. Natürlich darf er weinen oder wütend sein, aber eben in einem angemessenen Maß für die Situation. Ich bin ja auch impulsiv und somit da sehr tolerant, aber gewisse Dinge- beschimpfen, hauen, Sachen schmeißen sehe ich in Alltagsproblemen (Legostein hält nicht) nicht mehr ein. Und der Motzmodus darf halt kein Dauerprogramm sein… wegen meiner Nerven! Nach 14 Tagen waren die 10 Lachgesichter erreicht.

Erstaunlich finde ich, wie gut Ole abends sein Verhalten reflektiert. Er gibt sich auch selbst ein ernstes Gesicht und weiß was genau schief lief. Zweimal gab es auch schon ein richtig wütendes Gesicht inkl. längerem Gespräch dazu.

Aktuell sammelt er für den „heiligen Gral „. Das Einzige, was ich wirklich beschränke, ist BILDSCHIRMZEIT sowie natürlich die Inhalte. Nun hat er irgendwann im Sommer zufällig Spiedey und die Superfreunde entdeckt – es lief im free TV auf irgendeinem Sender, den er sonst nicht gucken darf.

Er war hin und weg. 😂 ich übrigebs auch… Kindergarten-Spidey ist wirklich süß. 🤫 online gibt es sechs Folgen und ansonsten muss man Disney+ abonnieren… Nun, wir arbeiten gerade an 30 Lachgesichtern für ein Abo über den Winter. (Wollten wir eh machen- ich kann die Pawpatrol nicht mehr sehen- aber das muss er ja nicht wissen.)

Er hat sich sogar einmal einen Zusatz-Smiley erarbeitet, indem er komplett alleine den Geschirrspüler ausgeräumt hat. Ich bin gespannt, wann er die Reihe voll hat… so oder so ist die Idee jedenfalls gelungen.

Jetzt kann man natürlich einwerfen, dass unser Anreiz sehr groß ist – aber wir haben nunmal einen hohen Lebensstandard und Smarties-Eis oder Schwimmbad gehört eh schon dazu, daher macht es wenig Sinn, dass er auf etwas hinarbeitet, das er sowieso bekommt. 🤷‍♀️

Motz-Modus

Das Kind befindet sich im Motz-Modus. Und ich fühle mich zu eben jenem genötigt. Den ganzen Tag werden sämtliche Bitten oder Anweisungen (es ist völlig egal wie ich selbiges vortrage) negiert und meist wird noch das Gegenteil vom ursprünglichen Wunsch gemacht. Zudem ist der Tonfall eines Teenagers würdig – von genervt, wütend bis jammernd ist alles dabei.

Der Bub bekam Verständnis. Er bekam Schlaf, war Mittagskind, hatte Kita-Urlaub usw. ES HILFT NICHT. KEIN UPDATE VERFÜGBAR. KEIN RESET MÖGLICH. alle mögliche Interaktion zielt auf Autonomie. Nicht dieses „DU DARFST DEIN BROT SELBST BELEGEN ODER DIR DAS T-SHIRT AUSSUCHEN“ – echte Autonomie. Das gipfelt dann in so Aussagen wie „ICH WILL JETZT NICHT AUF DIESEN BLÖDEN SPIELPLATZ “ o.ä.

Ich kann die Entwicklung nachvollziehen, aber sie nervt gewaltig. G.E.W.A.L.T.I.G. Und sie kostet Nerven. Und manchmal verliere ich eben jene. Und wenn das dreckige Kind dann auch noch jegliche Hygiene verweigert und im Bad ausreißt mit Spott und NäNäNäNäNä… und sich in der begehbaren Dusche versteckt, dann kann es sein, dass ich selbige dann einfach anstelle. 🤫

Den darauffolgenden Wutanfall und die Beschimpfung konnte ich innerlich lächelnd als verdient abhaken. Das Gespräch danach war ziemlich gut. Ich erzählte von uns Eltern und unseren Nerven und was in mir passiert, wenn er den ganzen Tag motzt und jammert.

Ole meinte: „Mama, ich hab nur eine Nerve und die fliegt ständig raus. “ 😅 Und ja, das trifft es sehr genau.

Diese Phase darf nun gehen. Danke

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Update: Desaströse Ende einer traumhaften Reise

Am Donnerstagabend fuhren wir zum Flughafen in Palma. Ole schlief zum Glück nochmal ein und ich dachte daran wie perfekt dieser Urlaub war… bis zu dieser Sekunde als wir den Flughafen betraten. Wir suchten unseren Flug auf der Anzeigetafel und dahinter in Rot: „gecancelt „. Was? WAS? Ich brauche Minuten um es zu realisieren – mein Alptraum wird war. Ich bekomme eine kurze Panikattacke. Aber alle Eltern wissen: Panik kannst du dir nicht leisten…

Der Lieblingsmann passt auf Ole auf, ich rufe unser Reisebüro an und werde nochmals gebrieft, was wir nun tun müssen. Parallel macht unsere Sachbearbeiterin Überstunden und versucht Infos für uns rauszufinden… wir schreiben immer wieder und schicken Sprachnachrichten. Irgendwann höre ich im Getümmel schrilles Kindegekreische, das es natürlich vorher schon gab. Aber nun ist es mein Kind und mein Mutterherz registriert die Töne. Es ist wie eine Bluetoothverbindung, die quasi nur mit dem gekoppelten Gerät funktioniert. Glücklicherweise sehe ich Ole und winke ihn zu mir. Er beruhigt sich kurz, aber als feststeht, dass wir erst in 2 Tagen heimkommen,  bricht er in Tränen aus und weint bitterlich nach seinem „Zuhause-Bett“. Ich tröste ihn, aber registere auch, dass es jetzt einfach raus muss. Wir begleiten seine Gefühle während wir in einem Englisch-Spanisch-Mix erklärt bekommen, wann wir fliegen,  wo wir bis dahin schlafen und dass wir uns um den Transfer zum Hotel, zum Flughafen und vom Flughafen nach Hause selbst kümmern müssen. Und die Kosten dann einreichen können. Yeah. Übrigens wollten wir ursprünglich in Nürnberg landen- da steht auch unser Auto. Wir werden allerdings nach Düsseldorf geflogen… wer nicht googeln möchte. Gute 500 km entfernt. Mein Mann organisiert, dass unser Auto in Nürnberg geholt wird. Wir bekommen zum Glück ein Taxi- 2 annulierte Flüge müssen vom Flughafen selbstständig wegkommen. Ein Leihwagen für 2 Tage kostet 391 € …

Wir werden in ein Hotel gebracht, unser Zimmer ist 3 Meter neben der Bühne. Die Animation geht bis 23:30 Uhr, die Engländer in dem Hotel trinken und kotzen noch länger vor unserem Zimmer… wir schlafen irgendwann erschöpft ein. Den Tag verbringen wir am Strand, es ist halbwegs ok. Außer dass wir erst nach 10 Stunden die Bestätigung bekommen, dass nachts ein Taxi kommt.

Am nächsten Abend geht die Animation bis nach 24 Uhr,  wir alle schlafen nur 2,5 Stunden, das Taxi ist pünktlich. Im Taxi sehen wir schon, dass unser Flug Verspätung haben wird. Wir müssen 5 Stunden mit dem übermüdeten Kind überstehen. Zum Glück habe ich 2 Filme herunter geladen. Als es noch 40 Minuten bis zum Boarding sind, steht das Terminal immernoch nicht fest… dann lesen wir im Internet, dass sich der Flug um weitere 30 Minuten verspätet. Unsere Nerven liegen blank, Ole kann nur Film gucken, aber nicht schlafen. Nichtmal als wir ihn im Kinderwagen umherschieben.

Wir wollen einfach nur nach Deutschland und irgendwie heimfahren. Zumindest konnte unser Fahrer sich nachts nochmal hinlegen, bevor er die 500 km Fahrt antritt.

Andere Passagiere hatten ICE Karten gekauft,  die nun nicht mehr passen. Haben nachts umgebucht, was nun nicht mehr passt… wir warten. Es verschiebt sich nochmal. Es ist eine Qual. Wir werden hoffentlich in 30 Minuten an Board gelassen.

UPDATE: Als der Flieger endlich vorfährt, gibt es spontan Applaus. Mir kommen die Tränen. Das Boarding beginnt,  Ole schläft noch vor dem Start ein. Der Lieblingsmann und ich können nicht schlafen. Der Pilot und die Crew sind sehr nett und empathisch. Zu den Hintergründen wisse man nichts, aber der Pilot verspricht mehrfach uns sicher heimzufliegen und dass wir es bald überstanden hätten.

Als wir landen müssen wir noch eine Weile warten bis wir eine Treppe und einen Bus haben. Auch die Koffer brauchen recht lange, aber irgendwann stehen wir endlich vor unserem Kumpel. Die fast 6 Stunden Heimfahrt vergeben zum Glück ohne Stau oder Zwischenfälle. Einmal weint Ole sehr,da er Halsweh oder einen steifen Hals hat. Er will unbedingt losgeschnallt werden und ich versuche ihn in bester Beziehungsarbeit zu beruhigen und zu begleiten. Als wir endlich an einem Rastplatz sind, hat er sich gefangen und verkündet, er wolle lieber schnell heim und müsse nicht mehr aussteigen. In unserem Dorf fängt er an zu strahlen und dann spielt den ganzen Abend mit den Großeltern. Ich bin einfach nur platt und sehr erleichtert. Das nächste Reiseziel wird mit dem Auto erreichbar sein!!!

Erste Male

Wir sind im Familienurlaub auf Mallorca und tatsächlich ist dies eine dieser Wochen voller erster Male.

Erstes Mal:

  • Fliegen mit Kind (hat Ole super gemeistert)
  • Urlaub, in dem Pool und Strand die einzigen Unternehmungen sind ( tatsächlich gar nicht sooo schlecht )
  • Kind im Kidsclub abgeben (für 45 Minuten)
  • Mit dem Lieblingsmann auf einer Dachterrasse im Pool liegen (Chillout Bereich ab 16!!!)

Der Vollständigkeit halber: wir sind in Cala millor im Marins Playa (leider unbezahlte Werbung 😎) und das Hotel verdient das Prädikat familienfreundlich definitiv! Wir sind ja eigentlich keine Pauschalreisen-Fans, aber hier ist es wirklich gut. Liebevolle Kinderbespaßung und unaufdringliche Animation, Abendshows etwas lang, aber Kinderzimmer liegt ruhig und somit kann man die Kids problemlos schlafen legen. Wir lassen Ole die Show mitgucken oder gehen abends spazieren und dürfen somit morgens bis 8 Uhr schlafen. 😄

Es ist/ war grad schön

Oft drängt es mich ja nur noch zu besonderen Tagen oder in Stresssituationen zum Schreiben, weswegen irgendwie ein verzerrtes Bild entstehen könnte in meiner Erinnerung. Daher möchte ich mal festhalten:

Hier passt grad alles. Alle Familienmitglieder werden in ihren Bedürfnissen gesehen und unterstützt. Wir sind schlicht und einfach glücklich. 😄

Ole ist gerade überaus kooperativ und so pflegeleicht- oh Gott, ich hoffe, ich verschrei jetzt nichts 🤣🤣🤣 – dass er sogar unter der Woche bei der Oma übernachten darf. Wir waren also kurzer Hand gestern Abend essen. Ich habe Me-Time. Corona ängstigt mich (meist) nur noch mittelmäßig.

An dieser Stelle habe ich gestern Morgen das Schreiben unterbrechen müssen, anschließend las ich, dass Putin die Ukraine angreift…

Vielleicht bin ich aufgrund meines Charakters oder meines Geschichtsstudiums hier etwas sensibel… trotzdem, seit diesem Augenblick denke ich nur noch:

Es war doch grad schön…

Außenwirkung

Ole geht jetzt einmal die Woche zum Kindersport. Ich schicke, wann immer möglich, den Papa mit, weil ich nicht auf die zwei Mamas aus unserer Kitagruppe treffen mag.

Nun habe ich ihm vorher ausführlich erklärt, dass man da auf „die Trainer“ hören muss, damit alles gut klappt. Ich hatte ja schon von der Kita erzählt, dass sich Ole in solchen Institutionen gut anpassen kann. Letzte Woche hat er dann als Einziger so gut gehört, dass er sogar offiziell gelobt wurde und sich am Ende zwei Süßigkeiten nehmen durfte. 😍

Da hat doch eine der zwei Mütter (Der Helikopter) laut vor den anderen Eltern gesagt: Ausgerechnet das Kind, das sonst gar nicht hört. 😡 Sie wurde zum Glück nur verdutzt angeguckt und ich war zum Glück nicht dabei, denn vermutlich hätte ich keine Süßigkeiten bekommen… 😉

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Vor zwei Wochen hab ich mich mit der Mama von Oles besten Kumpel ausgesprochen. (Sie kam via Whatsapp auf mich zu und meinte sie würde gerne reden.) Sie hat sich entschuldigt für den Brief und ihr unsinniges Verhalten. Sie wusste von etlichen Dingen (Kitagespräch, Vorgeschichte usw.) nichts und war dann doch überrascht und betroffen.

Wir waren schon einmal mit den Jungs im Schwimmbad und nächste Woche treffen wir uns zum Spielen . Ich habe gesagt, dass wir die anderen nicht mehr treffen wollen, aber sie natürlich spielen kann mit wem sie will. Ich bin da nicht so kategorisch, dass sich jemand entscheiden muss.

Ole war natürlich super glücklich! Und damit bin ich es auch. 😁

Ich habe mein Kind nicht im Griff…

Einige von euch haben ja bereits Interesse an meinem großen Mama-Thema bekundet. Tatsächlich fiel es mir in der Akutphase schwer darüber zu schreiben: 1. Weil ich fix und fertig war. 2. Weil ich mich schämte.

Ein Post zu diesem Zeitpunkt hätte vielleicht die Intention gehabt, Bestätigung zu bekommen. Gleichzeitig finde ich die Situation aber so komplex, dass man es nur in sehr langen Beiträgen erklären könnte und dazu müsste ich auch viele Informationen über andere Mütter/Kinder veröffentlichen – was, auch wenn es anonym ist, irgendwie auch unschön ist. Ich möchte gar niemanden verurteilen (lassen), weil er so ist wie er ist. Insofern beschränke ich mich mal auf die äußeren Ereignisse und erzähle dann noch ein bisschen von uns.

Also: Ich hatte vor einigen Wochen ein Gespräch mit einer gut bekannten Mutter, die das Verhalten von Ole auffällig findet. Ihr Kind ist sehr ruhig, Ole sehr wild und so hat sie sich Sorgen um ihr Kind gemacht. Der Junge spielte meiner Ansicht nach gern mit Ole und hat auch selten geweint oder ähnliches, aber ihr war das alles zu wild. Ich fand alles normales Spiel und da auch niemand ernsthaft verletzt wurde bzw. in Gefahr war, griff ich nicht ein. Ich machte auch deutlich, dass ich das anders sehe und dass ich beim Spiel von Dreijährigen nicht mehr ständig reguliere. Tatsächlich ging sie so weit Ole Aggressivität zu unterstellen und machte es daran fest, dass wir mit ihm mit Waffen (Schaumstoffschwerter) Ritter und Pirat spielen. Sie forderte mich indirekt auf, das zu unterlassen, da das nicht altersgerecht sei. Da wurde ich dann etwas direkter und sagte ihr sehr sachlich, dass wir in diesem Punkt wohl nicht zusammen kommen und dass WIR MIT UNSEREM KIND spielen, was wir für richtig halten. Wohlgemerkt mit anderen Kindern dieser Altersgruppe hat er das noch nie gespielt! Ich würde auch sowas nicht mit Besuch spielen, wenn für die anderen Eltern ein Problem ist.

Jedenfalls war für mich damit die Sache vom Tisch. Allerdings erhielten wir einige Tage später von zwei weiteren (eigentlich befreundeten) Müttern einen Brief, in dem sie darauf eingingen, dass unser Sohn so anstrengend sei und dass wir ihn ihrer Meinung nach nicht im Griff haben. Immer wieder käme es zu brenzligen Situationen, in denen man nach den Kindern gucken müsse und ohne ihn wären die Spieldates viel schöner. Sie wollen ja niemanden ausschließen, aber auch nicht mehr mit uns spielen. (Interessante Logik)

Die Mütter der drei engsten Freunde von Ole haben ihm also von heute auf morgen „den privaten Umgang mit ihnen untersagt „. Was das für einen Dreijährigen bedeutet bzw. mit der Psyche eines Kindes machen kann, brauche ich keiner Mama zu erklären… Ich war aufgelöst und völlig am Ende. Gleichzeitig natürlich auch zweifelnd, ob wir irgendwas falsch machen, übersehen usw.

Wir redeten zunächst mit unseren Eltern, dann mit meiner Freundin und ihrem Partner (Kindergärtnerin, der Partner hat zwei fast erwachsene Söhne, von denen einer sehr lebhaft war). Sie bestärkte mich darin, dass Ole sehr weit, aber völlig normal entwickelt ist und ihrer Ansicht nach keine Auffälligkeiten zeigt. Sie empfahl zur Sicherheit mit dem Kindergarten zu reden, was ich gleich am nächsten Tag machte. Mit Oles Patin redete ich auch, sie macht gerade eine Weiterbildung zur systemischen Therapeutin und war nach einiger Zeit schon bei dem Schluss, dass es nicht ums Kind geht, sondern dass ICH hier gemobbt werde. Ich hatte den Gedanken natürlich auch mal, verwarf ihn aber wieder…

Im Kindergarten: Ich muss sagen unsere Erzieherinnen waren super. Ich hatte ein 90 minütiges Gespräch mit K und sie ging auf alle meine Fragen ein. Sie ist Zwillingsmama und erzieht klassisch/streng, weil sie sagt, dass es anders bei ihr nicht geht, hat aber anerkannt, dass unser Weg (beschreibe ich später) bei Ole anscheinend gut funktioniert und dass er im Kindergarten sehr gut hört und mitmacht. Sie hat ihn anfangs auch strenger angesprochen- was aber zu vielen Tränen und totaler Panik bei ihm führte, sodass sie ihn lange trösten musste, dann hat sie es mit ruhiger Erklärung und Lob versucht und es klappt. Er ist manchmal eben gefühlsstark/ impulsiv und auch durchsetzungstark und muss etwas beruhigt werden, aber er ist auch sehr kooperativ und sozial (beschützt kleinere Kinder, hilft anderen). Er versteht sich mit allen Kindern und zeigt keinerlei Aggressivität o.ä. Sie hatten tatsächlich schon solche Kinder, aber die verhalten sich ganz anders und da hätten sie uns schon informiert. Er ist halt sehr weit, gerade was Sprache, Phantasie, Geschichten usw. angeht, aber das ist ja schön und kein Problem. Sie konnten übrigens so viel sagen, weil sie Ole gerade eine Woche intensiv beobachtet hatten. (Erzieherin S rief mich am Folgetag sogar an, um uns persönlich nochmal in unserem Erziehungsverhalten zu bestärken und zu sagen, dass Ole ein ganz toller Junge sei. – Sie hatte gemerkt,wie verunsichert ich war… das fand ich superlieb!)

Ich war natürlich heilfroh. Dann erfuhr ich noch eine interessante Neuigkeit – die genauen Beobachtungen waren kein Zufall. Die drei Mütter hatten sich alle drei in der vergangenen Woche NACH MEINEM KIND erkundigt und wie es so läuft!😡 Die Mutter vom Gespräch hatte den Kindergärtnerinnen sogar ihre „Diagnose“ mit Hilfe ihrer privaten Beobachtungen erläutert. Die Erzieherinnen haben ihnen erklärt, dass es super läuft, die Kinder sich gut verstehen und dass Streit in dem Alter nunmal dazu gehört und auch von den Kindern selbst gelöst werden sollte. Auch dass Rollenspiele (mit „Waffen“) völlig normal sind, haben sie erläutert. Hierzu hatte ich der Mutter sogar schon zwei Fachartikel geschickt. Tatsächlich hat Erzieherin S Ihnen sogar explizit von so einem Brief angeraten, da das doch unter befreundeten Müttern doof sei… und sie haben Ole zur Sicherheit nochmal intensiv beobachtet. Jedenfalls hat eine der Mütter ihnen dann sogar vorgeworfen parteiisch zu sein und Ole absichtlich falsch zu beurteilen. 🤦‍♀️

Nachdem ich das alles wusste, erschien der Brief in einem ganz anderen Licht. Also obwohl Experten sagen, alles ist gut, kündigt man dennoch die „Freundschaft“… Tatsächlich hatten wir natürlich überlegt, dass es gar nicht an Ole liegt, aber einen Dreijährigen dafür büßen zu lassen, dass ich ein Problem mit den Eltern habe…sorry, aber das erschien mir zu perfide als dass ich das glauben wollte! Und ja, das ist der Punkt über den man jetzt auch urteilen darf…

Wie jemand erzieht, ist meiner Meinung nach seine Privatsache und deswegen möchte ich darüber nicht urteilen. Allerdings bin ich der Meinung, dass ihr Hauptproblem meine bzw. unsere Art der Erziehung ist. Oder dass wir einfach doof sind … 😜 was wir erzieherisch hier für crazy Sachen machen, erzähle ich euch im nächsten Post. Jetzt seid ihr ja erstmal im Bilde…

PS: Oles Patin riet mir noch den Kontaktabbruch als Chance für Ole zu sehen, in einem neuen System eine andere Rolle auszuprobieren zu können. Tatsächlich hatten wir nun ein paar andere Spieldates, die – zufällig/ alles eine Phase!!! – wirklich ganz entspannt waren und bei denen Kinder lachend durch unseren Garten tobten und sich als Ritter und Piraten mit Schaumstoffschwertern und Poolnudeln „bekämpften“. Diese Konstellation ist leider nicht so oft „verfügbar“ wie die Gruppe davor und Ole fehlen seine Freunde natürlich trotzdem- was manchmal auch sehr traurig ist- aber bisher konnten wir ihn mit vielen Unternehmungen und anderen Treffen ablenken. Im Kindergarten sieht er die drei anderen Kids ja zum Glück noch.

Prokastnationspost

Heute ist – weil Donnerstags immer frei- mein erster Feiertag (der morgen gleich von Arbeit abgelöst wird 🙄 Nachprüfung usw.) … das Kind ist im Kindergarten, ich war direkt im Anschluss einkaufen, habe etwas aufgeräumt und jetzt lieg ich hier so rum und prokastiniere meine Putzvorhaben.

Tatsächlich habe ich zwei Themen in der Leitung, über die ich eigentlich gerne schreiben würde. Zum Einen wollte ich mal festhalten, wie meine Gefühlswelt als Einzelkindmama nun aussieht – hab ich, glaube ich, auch schon mal angedeutet. Zum anderen würde ich gerne über den Stress schreiben, den ich grad mit drei anderen Müttern aus der Kita habe…andererseits scheue ich mich das hier breit zu treten. Im Endeffekt sind solche Situationen ja eh so komplex, dass ihr als Außenstehende auch nur eine vage Einschätzung geben könnt bzw. man bei Floskeln wie „Pfeif auf die anderen“ hängen bleibt.

So oder so. Uns geht es gut. Ole ist toll und wir haben viel Spaß. Ich liebe seine clevere Art und er überrascht mich/uns immer wieder mit Dingen, die er kann oder weiß und mit seinen interessanten Gedanken. Gestern hat er mich vor dem Schlafengehen gefragt, welche drei Dinge ich heute gut fand und was ich blöd fand. Ich hab ihm meine Sachen gesagt und er mir seine. Er hat mich sogar bei meinen doofen Sachen getröstet und sich eine Lösung überlegt. Das war so süß! 🥰

Wir rätseln übrigens noch, woher er die Idee hat, denn wir hatten das noch nie im unserem Abendritual gemacht…🤷‍♀️ Jedenfalls hat Ole gerade eine entspannte und kooperative Phase und ich genieße das sehr, denn mittlerweile weiß ich, dass auch wieder andere Zeiten kommen. 😉