39+5 Ssw Freiheit und Räumungsbescheid

Seit heute Mittag könnte hier dauernd Westernhagen laufen… Freiheit, Freiheieieieieit ist das Einzige was zählt. 😉

Nach einem einstündigen CTG und komplettem Labor sowie Doppler etc. hat mich die Chefärztin mittags tatsächlich entlassen. 😄🎉 Morgens hatte sie bei der Visite noch rumgedruckst und ich war schon innerlich in Kampfes-Stimmung 😅… dann ist mein Harnsäurewert auch noch gestiegen 🙈 und ich stellte mich auf Diskussionen ein… aber NEIN. Sie war super nett und zufrieden mit den anderen Werten, sodass ich entlassen wurde. Eigentlich geht’s mir nämlich zu gut, als dass der Käfer ausziehen wollen würde. Dennoch werden wir hier daheim die Räumung vorbereiten und mit den Tipps der Hebamme versuchen, das Ganze anzustubsen. 😉 Mittwoch und Freitag ist Kontrolle. Bei schlechten Werten behalten sie mich dann wieder da. 🙈 Sollte Eiweis im Urin dazukommen, würde man die Geburt einleiten, um eine Nierenschädigung bzw. Präeklampsie zu verhindern. Da wir dann am ET sind und ich seit gestern leichte Wehen habe, ist der Deal ok für mich. Bin ja froh, dass sie nicht gleich wieder die Messer wetzen! 🤣

Sollte sich bei guten Werten nichts tun, dann hab ich den 30.04. mal ins Auge gefasst für weitere Schritte.

Ansonsten soll ich wieder mit Magnesium beginnen… in niedriger Dosierung hält es keine Geburtswehen auf – hilft aber meinem Stoffwechsel. 😄 So die Generalprobe hätten wir jetzt also – die Kliniktasche wird auch noch ein wenig überarbeitet und dann kann es losgehen! 👍

FÜR DIE NÄCHSTE HOTELÜBERNACHTUNG BRAUCHEN WIR DANN HOFFENTLICH EIN BABYBETT! 😍

Liebste Grüße von Frau Zweistrich und dem 🐞 (der den Räumungsbescheid nun vorliegen hat)

PS: An alle mit SsDiabetes… meine selbst gemessenen Blutzuckerwerte interessieren NIEMANDEN. 😤 Alle Ärzte gucken nur auf den blöden Toleranztest! Dass mein Nüchternwert bei 81 ist und meine Einstunden-Werte zwischen 110 und 125 ist denen völlig egal. 🤔 Wozu macht man sich dann eigentlich die Arbeit? Naja nur am Rande – ihr braucht euch wegen der Messerei also nicht zu stressen. 😘

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39+4 Ssw Luxusprobleme und Beurlaubung

Wenn in den Medien immer über die Ungerechtigkeiten in der Gesundheitsfürsorge geredet wird, dann fehlt mir meist die Privatpatientensicht. Denn ja, manchmal bekommt man „mehr“, aber leider heißt das auch, dass man zum Teil unnötige Untersuchungen über sich ergehen lassen muss. Wer als Privatpatient schon mal in den Fängen einer Klinik 😲 war, der weiß welcher Kampf es teilweise ist, dort wieder rauszukommen. 🙈😕 Was ich damit sagen will… ich werde eine weitere Nacht in der Klinik verbringen (zufällig hab ich eben erfahren, dass die Klinik bei 2 Nächten das Dreifache bekommt im Vergleich zu einer Nacht 😎 Ein Schelm wer…).

Heute Morgen fiel der Oberärztin auf, dass ihr mein Harnsäurewert „zu hoch“ ist (5,4). Die CTGs sind gut, aber leider hat niemand nachts Blutdruck gemessen und somit kann eine Schwangerschaftsvergiftung nicht ausgeschlossen werden. Bäm. Da kommt das Horrorszenario… ganz ehrlich, sich mit dieser Ansage auf eigene Gefahr zu entlassen… nach unserer Geschichte… schwer. Zumal in meiner Akte mit fett Rot steht, man solle beim kleinsten Problem einen Kaiserschnitt machen. Anweisung der Chefärztin. 🙈 Schneiden wollte die OÄ erstmal nicht, aber frei lassen wollte sie mich auch nicht… ich behaupte einfach mal die Standard-Kassenpatientin hätte heim gedurft und wäre zu regelmäßigen Kontrollen einbestellt worden.

Nunja dank des Lieblingsmannes konnte ich eine „Beurlaubung“ für nachmittags aushandeln 😏…ich verbrachte also den Nachmittag zuhause… es war super! Mein Bett, meine Dusche und meine Toilette. Wir kuschelten viel, aßen Eis im Bett und chillten auf der Terasse. Urlaub halt. 😂

Zum Abendessen kamen wir brav zurück. Dann wieder CTG -Spaziergang – CTG. Ich hatte mittlerweile 3 verschiedene Hebammen. Alle bestätigten mir, dass alles gut sei und auch die Werte passen. Die Nachthebamme – ihres Zeichens Rebellin 😍- ermutigte mich, dass ich morgen gehen könne/solle.😄 Auch mit meiner Vorgeschichte…das fand ich echt stark. Sie half mir noch einen Deal mit den Schwestern zu vereinbaren, dass ich klingele, wenn ich eh wach bin und zur Toilette gehe…dann muss ich nicht ständig geweckt werden wegen des Blutdruckmessens. So langsam erkenne ich den Wert einer guten Hebamme. Alle redeten positiv mit mir über die Geburt und bestärkten mich.

Und damit ihr einen Eindruck vom Privatpatienten-Planeten bekommt.. hier ein paar Bilder. 🙈 sehr stylisch und teilweise übertrieben. Die Menükarte umfasst 11! Seiten… Sodass mich die Essensbestellung erstmal dezent überforderte.

Ansonsten ist es hier wirklich gut und ich komme gerne wieder – sobald es losgeht! Ich bin auch kaum noch aufgeregt, weil ich ja vieles jetzt kenne und ich habe mir auch schon meinen Lieblingskreißsaal ausgesucht. 😉

Nun hoffe ich auf gute Werte heute Nacht und schmiede vorsichtshalber einige Fluchtpläne und halte mich von Skalpellen fern. 😂 Der Lieblingsmann ist übrigens großartig. Er ist die ganze Zeit an meiner Seite und ist eine große Stütze in den Gesprächen mit den Ärzten! 😍😍😍 Ich freue mich, dass wir bald eine Familie sind!

Danke für all eure Daumen und den Zuspruch. 💋

Liebste Grüße aus dem goldenen Käfig von Frau Zweistrich und dem 🐞.

39+3 Ssw Kreißsaalluft und Wasser

Heute Nachmittag hatte ich meinen letzten Akupunkturtermin im örtlichen Kreißsaal.

Da es bei uns seit Tagen mega warm ist, hab ich schon etliches Wasser eingelagert und weil es mir heute nicht sooo super ging und der Kleine viel zappelte, wollte meine Hebamme ein CTG schreiben. Das war „suspekt“. 🙈 d.h. viele hohe Werte um die 160 – allerdings randalierte das Käferchen auch prächtig. 😉 Also bekam ich einen Zugang und einen Tropf. Und dank Eiweis im Urin auch gleich das weitere Laborprogramm. Mittlertweile hing ich fast 90 Minuten am CTG. Die Assistenzärztin hatte mich geschallt – alles gut soweit… aber das CTG blieb suspekt. Also rief man den Oberarzt (welcher bekannt ist für seine Kaiserschnittaffinität). Und er kam, sah und wollte SOFORT schneiden. 😕🙈 Wir waren VÖLLIG überrannt. Und dann hinterfragten wir das kritisch… das CTG war erstmals unklar, nicht deutlich besorgniserregend. Ich bin natürlich Risiko-Schwangere… aber wir konnten ihn dann doch überzeugen erst noch nen Doppler zu machen. Der Kleine war immernoch sehr aktiv- ich total nervös und die Dopplerwerte waren trotzdem gut. DENNOCH wollte er schneiden. Die Begründung – sie können ja nicht so einfach Kinder kriegen – da will man nichts riskieren (äh und bei anderen sagt man dann: „Machen Sie halt ein Neues.“ Oder wie? 😲), außerdem sei er ja nun EXTRA WEGEN MIR gekommen. (Er trug nämlich Shorts und Poloshirt 😎) Und dann kam der Knallersatz: Die normale Geburt ist überholt und hat nur eine Berechtigung, wenn jemand mehrere Kinder will. 🤤 Äh… ja.

Nun wir sagten ihm, dass wir so schnell keinen Kaiserschnitt wollen – solange das Käferchen nicht gefährdet ist! Und wir einigten uns auf eine Nacht in der Klinik und regelmäßige CTGs. Tja und was soll ich sagen… die folgenden CTGs waren gut. Meine Blutwerte sind absolut in Ordnung. Die Nachthebamme hat mich jetzt auch echt beruhigt und meinte, dass die Nachmittags-Werte bei diesem Wetter auch nicht verwunderlich seien und ich einfach auf meinen Bauch hören soll und mich zu nichts drängen lassen muss. Denn sind wir mal ehrlich: Geht es dem Baby schlecht, dann diskutiert keiner mehr mit dir über einen möglichen Kaiserschnitt!

Jetzt liege ich in meinem Privatzimmer- wo mich ein Kosmetikpaket und Bademantel empfingen.

Mein morgiges Essen konnte ich mir aus 11 Gerichten aussuchen! Auch zum Frühstück durfte ich frei bestellen.. echt krass! Ich war zur Bauchspiegelung definitiv im falschen KH! 😉 Dennoch hoffe ich, sie lassen mich morgen ziehen und dass es dann bald natürlich losgeht…

Es wird also echt spannend so zum Schluss. Ein paar Däumchen wären sicher nicht verkehrt.😉

Viele Grüße von Frau Zweistrich und dem 🐞

Da ist er also…

Da ist er also. Der Moment. Auf den ich zunächst gewartet und vor dem ich mich dann gefürchtet habe. Ich sitze nachts halb Zwölf alleine auf unserer Couch und heule. Rotz und Wasser. Ich kann nicht schlafen. Ich habe Angst. Vor morgen, vor dem Gespräch und vor allem, was so kommt. Alle um mich herum waren verwundert wie gut es mir psychisch nach der OP ging. Ich selbst war erstaunt. Aber seit dem Wochenende hat sich dieser Moment langsam angekündigt. Ich habe versucht ihn durch vorsichtige Gespräche abzuschwächen, aber irgendwie waren alle überfordert. Meine Freundin, der Lieblingsmann… keiner konnte mit meinen Ängsten und Gefühlen umgehen. Vielleicht weil ich sie nicht definieren kann. Vielleicht weil es im Leben manchmal keine einfachen Lösungen gibt und Standardtrost nicht hilft. Klar: Die Diagnose ist nicht ausweglos. Aber seitdem ich heute den Arztbrief in den Händen hatte, bin ich irgendwie fertig. Noch fertiger. Ich musste ihn übrigens im KH abholen und er ist noch ohne Unterschrift. Ein Witz. Er ist seit dem 31.07. fertig. 

Egal. Da steht es also… meine Gebärmutter ist nach hinten geknickt. Mobil, aber äußerlich derb. Ich habe Verwachsungen im gesamten Bauchraum. Der linke Eierstock war komplett bedeckt…. Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom. Ich bin Schuld. Mein Unterleib ist deformiert, verwachsen, Schrott. Hätte ich es früher merken müssen? Wann ist das passiert? Ich kann mich an nur eine Eierstock-Entzündung in meinem Leben erinnern. Vor 16 Jahren. War es das? Oder hatte ich wirklich Chlamydien? Alle Tests warnen negativ. Bei diesem seltsamen Syndrom hat man angeblich Fieber und Schmerzen, teilweise Erbrechen. Ich war einmal wegen Blinddarmreizung im KH. War das der Blinddarm? Ich weiß, dass es nichts bringt mir das Hirn zu zermartern. Selbst wenn ich Tag und Uhrzeit des Auslösers wüsste… es ist so. Es ändert nichts. In Deutschland gibt es ca. 100.000 Frauen, die durch eine solche Infektion unfruchtbar werden,weil die Eileiter verkleben. Dieses Syndrom entwickeln noch weniger…. also: Yeah, ich bin echt was Besonderes. 😯 

Ab und an hab ich einen Anflug von Reue… überlege, ob ich die Diagnose als Resultat meines Lebensstils sehen muss. Aber Hey, ich war kein Flittchen. Ja, es gab Männer vor dem Lieblingsmann. Ja, ich habe gern Sex. Gern auch nicht nur die Standard Variante … aber mal ehrlich, für dieses Quittung, hätte ich dann doch einiges mehr erleben wollen. 

Womit wir beim Warum wären… warum werden fette, ungesunde, rauchende, saufende, drogenabhängige Frauen (oft ungewollt in nur einer Nacht) schwanger angeblich entscheidet sich ja alle 5 Minuten eine Frau für eine Abtreibung  und WARUM VERDAMMT NOCHMAL werde ich unfruchtbar? Warum hab ich diese blöden deformierten Eileiter und diese abgeknickte Gebärmutter abbekommen? Ich hatte doch schon diese Krebszellen und fand das war mehr als genug Stress für ein Körperteil! Wird mein Unterleib später noch weitere Komplikationen für mich bereithalten? Hab ich ab jetzt immer leichte Schmerzen? Wird es in jedem Zyklus zwicken? Ich hatte gehofft, dass das nach einer Geburt aufhört, wenn sich mein Körper normalisiert hat… Tja. Normal ist bei mir anders. 

Hinzu kommt die Angst, dass die Krankenkasse doch noch versucht ein Schlupfloch zu finden. Dass die Anträge ewig dauern. Dass ich den ganzen Papierkram allein erledigen muss… also das weiß ich. Der Lieblingsmann tut zwar so als würde er helfen, aber letztendlich wäre noch nichts passiert, hätte ich mich nicht informiert und die Anträge besorgt. Er arbeitet auf Anweisung Dinge ab, aber die Denkarbeit muss ich machen. Ich bin die, die mit der Materie vetraut ist. Ich bin die, die überblickt, welche wenns und abers es da draußen gibt… und deren Ängste belächelt werden, abgetan werden. Und selbst wenn sie verstanden werden, kann man selten helfen. DENN. Ja das alles wird sressig. Ja Spritzen tun weh. Ja es folgen weitere Eingriffe in meinen Körper, die sich aufgrund dessen Abnormalität vielleicht schwieriger gestalten als geplant. Ja niemand kann garantieren, dass wir am Ende ein Baby in den Armen halten. 

So ich glaube das war der Großteil meines Sorgenklumpens.Ich weiß rational, dass vieles gar nicht so dramatisch ist.Aber nach so langer Zeit kann ich einfach nicht mehr reinweg optimistisch sein… ganz nach dem Motto: Freude ist nur ein Mangel an Information! 

In diesem Sinne, gute Nacht. Vielleicht. 

Projekt Sommerbaby 2017 💕

Vorneweg:  DANKE DANKE DANKE FÜR EURE DAUMEN UND KOMMENTARE , IHR SEID SO LIEB!😍

Mir geht es so lala. Ich habe doch einige Schmerzen, auch wegen meinem neuen Accessoires der Drainage.;) Schlauch im Bauch wird nicht mein Lieblstrend. 
Einen ausführlichen Bericht gibt’s später…

Der Arzt war da. Beide Eileiter sind Schrott. Der linke ist zu und der rechte zwar durchgängig, aber es fehlen die Härchen, sodass ich auf natürlichem Weg nicht schwanger werden kann. 

Aber der Rest war wohl gut. Eine Verwachsung entfernt, keine Endomitriose, Gebärmutter ok. Und damit gute Voraussetzungen für eine IVF. 🎉🐞

Erst kullerten ein paar Tränen bei mir, aber das war mehr aus Erleichterung. Nach 3,5 Jahren wissen wir nun endlich: Der Eiermann ist schuld 😤. Und damit ist er jetzt raus aus dem Team Einstrich. Du bist der Schwächste, du fliegst! Ohne die Spaßbremse wird sich ja hoffentlich in den nächsten Monaten ein Embryo einnisten und dann kommt nächsten Sommer unser Wunderwesen!😍 also nicht ideal, aber mit Aussicht auf Erfolg 

Liebe Grüße an euch alle 💋

Einmal die große Hafenrundfahrt, bitte! 

29.08. Vorgespräch:

Heute ist also Aufnahme im KH.8:30 soll ich kommen. Ich versuche möglichst lange zu schlafen, da ich nüchtern hingehen will. Auf die Minute genau komme ich auf der Gyn an. Allerdings schickt mich die Schwester erst wieder runter zur Patientenaufnahme… hätte man auch gleich am Telefon sagen können, aber gut. Es ist nur eine Frau vor mir. Als ich rauskomme sitzen min. 10 Menschen im Wartezimmer. Puh! Glück gehabt ;)… beim Aufnahmegespräch ging es hauptsächlich darum, was ich für ein Zimmer will und wie es abgerechnet werden soll. (Klar,bei Privatpatienten klingelt die Kasse.) Im Laufe des Vormittags ändert sich fünfmal die Aussage zur Frage, ob der Eingriff stationär oder ambulant stattfindet. Aus eben erwähntem Grund stelle ich mich auf eine Nacht im KH ein.Die Schwester in der Gyn ist sehr lieb und witzig, sodass meine Aufregung erstmal verfliegt. Ich erwähne, dass meine Schwiegermutter auch hier arbeitet. Sie rät mir, dies allen Ärzten immer wieder zu sagen, dann steigt die Motivation. Ich beherzige dem Tipp und tatsächlich sind alle immer gleich hellhörig und werden noch freundlicher.Beim Lesen der 12! Seiten Aufklärungsbögen kommt leichte Panik hoch… und ja, ich habe alles gelesen und sogar Randnotizen gemacht. 🙈 Zudem hab ich nichts unterschrieben, bevor ich nicht mit dem zuständigen Arzt gesprochen hatte… ich bin noch nicht ganz fertig als mich der Assistenzarzt der Gyn aufruft. Sein Oberarzt sitzt neben ihm. Ich finde beide nicht unbedingt sympathisch, aber versuche offen zu bleiben. Sie haben beide einen Migrationshintergrund und ich muss die Namensschilder mehrmals lesen, ehe ich ihre Namen verinnerlicht habe (Es sind einfach zu viele Vokale 😅😅). Allerdings ist ihr Deutsch gut verständlich… 🙂 also kein Problem. (Ist in Kliniken manchmal schwierig.) Ich muss mich nur bemühen, die Lehrerin in mir auszuschalten und nicht jeden Fehler zu korrigieren 😂😂😂 es klappt nur teilweise, weil ich so aufgeregt bin. Aber der Oberarzt nimmt es locker. Er hat das Gespräch recht schnell an sich genommen und erfragt meine komplette Kinderwunsch-Geschichte. Er hört aufmerksam zu. Sieht mir in die Augen. Jetzt mag ich ihn mehr. Er gibt sich große Mühe. Nachdem ich alles erzählt habe, sagt er: „Tja. Es ist alles gemacht. Meine Kollegin hat Recht, ich muss sie leider aufschneiden. Tut mir leid!“ In dem Augenblick mag ich ihn noch mehr… er gibt mir das Gefühl, dass er es mir wirklich gerne ersparen würde und ich nicht nur eine weitere OP für ihn bin. Er erklärt alles sehr ausführlich.. ich stelle Fragen und wir klären, was ich will und was nicht. (z.B. darf er auch im Fall der Unbrauchbarkeit meine Eileiter nicht entfernen.) Wir machen sogar ein paar Witze. Ob natürlichen Killerzellen bestimmt werden können, weiß er nicht, aber er verspricht zu fragen und alles, was geht, zu klären. Er erklärt, dass er scratching machen wird, weil das helfen kann bei der Einnistung. Ich bin froh, dass er es von sich aus anbietet. Dann folgt noch der US, den der Assistenzarzt wieder machen darf. Soweit ist alles fein… Alles was wir verabredet haben, schreibt er auf die Aufklärungsbögen und dann unterschreibe ich. Beim Rausgehen sagt er noch, dass ich mir Kopien davon machen lassen soll. Gute Idee ☺.

Anschließend geht’s noch ab zur Anästhesie. Die junge Ärztin ist sehr nett und klärt mich ebenfalls gut auf.Da ich Narkosen ja nicht gut vertrage, bekomme ich morgen kein Gas, sondern nur Propophol und Mittel gegen Übelkeit. Auch hier gehe ich mit einem guten Gefühl. Sie erlaubt mir sogar eine Schlaftablette heute Abend ;). 

Als ich fertig bin, schaue ich noch bei meiner Schwiegermutter auf Station vorbei und trinke einen Kaffee. Da ich morgen die Erste im OP bin und um 6:15 im KH sein muss, nimmt sie mich gleich mit,wenn sie zur Frühschicht fährt. Sie verspricht auch nach der OP im Aufwachzimmer vorbei zu kommen. Ein Luxus, den ich in der KiWu nicht hätte ;). .. 

Insgesamt lief also alles super. Dennoch kullern ein paar Tränen als ich zum Auto laufe.:'( Ich hab leider immernoch Bammel und bin natürlich traurig, dass ich nun auch noch diesen Schritt auf dem Kinderwunschweg gehen muss…

Ich hab mich dann zum Mittag noch mit meiner Freundin getroffen und danach bei meiner Mama auf Arbeit vorbei geschaut. (Und mir nen Slip in XL gekauft, damit nix drückt. 😂😂😂)Der Lieblingsmann ist zum Glück diese Woche auch da und hat mich nachmittags bei einem Stückchen Kuchen getröstet. Nachher werde ich noch Baden, denn darauf muss ich ja erstmal verzichten :?. 

Also bis Morgen ihr Lieben! 

Ja, Nein, Vielleicht…

ungefähr so lautet momentan die Antwort auf die Frage, ob ich in eine Kinderwunschklinik gehen will. Ich weiß es schlichtweg nicht. Ich bilde mir ein, auch diesen Monat eine Eisprung gehabt zu haben (die Indizienlage ist aber dürftig: spinnbarer ZS + dieses Ziehen um den 15./16.ZT), da ich schon länger mit Bryophyllum liebäugle, habe ich mir das Pulver dann an ZT 19 besorgt und seit dem nehme ich morgens und abends eine Messerspitze davon. Mir gehts damit ganz gut. Ich überlege sogar noch Ovaria Comp für den nächsten Zyklus zu besorgen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass unser Baby gar nicht mehr fern ist. Ich fühle mich momantan sehr ruhig und frei, hab nicht mal das Gefühl unbedingt ganz bald schwanger werden zu müssen. Es ist eher so eine tiefe Sicherheit, dass wir irgendwann ein Baby haben werden und zwar dann, wenn es so weit ist, wenn es zu uns kommen und bei uns bleiben mag. (Wo ich diese Sicherheit hernehme, kann ich gar nicht sagen, vielleicht will ich mich auch nur vor dem Kommenden drücken!)

Gestern hatte ich dann ein längers Gespräch mit dem Lieblingsmann und er ist auch der Ansicht, dass wir nicht unbedingt gleich in eine Klinik sollten, zumindest nicht wegen einer Behandlung, sondern wenn dann nur wegen genauerer Untersuchungen. Aber ich kann ja schlecht dort aufschlagen und sagen: „Guten Tag Herr Doktor folgende Untersuchungen hätte ich gerne…“ Mein Problem ist nur, dass ich diese Ärzte nicht als Halbgötter in Weiß sehe und dass ich mich bisher schwer tue, einem von denen zu vertrauen (Obwohl ich sie noch gar nicht kenne, also nur von den Internetseiten). Ich willl mich nicht zu etwas „verpflichtet“ fühlen, nur weil wir dann in dieser Klinik sind. Ich habe aber auch Angst davor, dann dem Arzt zu sagen: „Sorry, ich hab kein gutes Bauchgefühl bei Ihnen… Tschüß.“ Ich bin da wohl etwas schwierig. Schließlich fahre ich auch gerne 60 km, nur um mich von einem Arzt, dem ich vertraue, behandeln zu lassen. Immerhin gehe ich, seit ich 17 bin, zum selben Frisör. Warum sollte ich da bei Ärzten weniger wählerisch sein?

So war es auch bei meinem Hautarzt, ich habe lange in Netz nach einem Passenden gesucht, da ich seit dem Absetzen der Pillen Hautprobleme und starken Haarausfall hatte (ja ganze Strähnen hatte ich in der Hand und das über ein Jahr – und da hat sich nix „eingependelt“!). Schließlich bin ich auf diesen wunderbaren Doc gestoßen, 60 km entfernt, aber die Webseite machte eine tollen Eindruck. Nachdem ich mit der Arzthelferin telefoniert hatte, war ich sicher: Der ist es!Und als ich das erste Mal dort war, stellte ich fest, dass der gute Mann eigentlich aus meiner Geburtsstadt stammt. (Das erklärt vielleicht die sofortige gegenseitige Sympathie.) Jedenfalls bin ich nun 4 Monate in Behandlung und der Haarausfall ist viel besser, es wachsen sogar etliche Neue nach. So eine Gefühl hätte ich einfach gerne auch bei meinem KiWu-Doc.. nun ja jetzt überlegen wir also wo wir hin wollen, falls wir irgendwohin wollen. Angeblich sind Uni-Kliniken ja mehr auf Erfolg als auf Geld aus.. aber komme ich mit den wechselnden Ärzten klar? Hätte ich bei einer Privatklinik das Gefühl „ausgenommen“ zu werden? Als Privatpatientin empfindet man das eventuell schneller, da man ja jede Rechnung sieht bzw. erstmal selbst überweist. Ich habe allein im letzten Jahr Rechnungen von ein paar Tausend Euro bezahlt (den Großteil zum Glück erstattet bekommen), dass ein großes Blutbild 200 € kostet, hat mich 3 Tage fix und fertig gemacht! Klar, würde ich für unser Baby alles bezahlen, aber was ist wenn es nicht klappt und man einen Haufen Geld für Schmerzen, Trauer und Leid ausgibt?  Ach, warum ist das Leben keine Tupperdose mit fotwährender Garantie?!

Zumindest habe ich jetzt erstmal einen Brief an meine Krankenkasse geschrieben (bei der letzten Erstattung war ein Hinweis dabei, wir mögen uns doch vor einer evtl. Kinderwusnchbehandlung melden), mal abwarten, was die so sagen. Solange hoffe ich, dass unser Baby es doch noch ohne Hilfe zu uns schafft.

Falls eine von euch was Schlaues dazu (Umgang mit der Krankenkasse, homöopathische Mittel) weiß, gerne schreiben!

Liebe Grüße, Frau Einstrich