Jahresrückblick

Eigentlich wollte ich ursprünglich meine typische Fragenliste abarbeiten, allerdings hab ich dazu irgendwie keinen Elan… auch weil ich in diesen Ferien 84 Deutschaufsätze (mehr als 400 Seiten 🤯) der 11. und 12. Klasse korrigieren muss. Ich geh gefühlt seit Wochen auf dem Zahnfleisch und Weihnachten, das wenigstens ziemlich entspannt und harmonisch war, hat mich nur knapp vorm Nervenzusammenbruch bewahrt.

Seid mir nicht böse liebe Mamas von Schulkindern, aber ich hoffe dringend auf Onlineunterricht im Januar. Den ganzen Tag neben düsenjetartigen Luftfiltern mit Maske und ohne Chance auf echte Kommunikation mit 30 Schüler*innen in einem Raum – I mog nimmer! Grad net… Im nächsten (Schul-)Jahr mag ich auch einfach noch ein bisschen weniger arbeiten. 80% sind zwischendurch schon ganz schön heftig.

Tatsächlich liegt meine/unsere Erschöpfung auch an Oles Energielevel. Das steigt und steigt. Mittagsschlaf gibt es nur noch mit viel Glück, falls wir gerade mittags länger mit dem Auto unterwegs sind. Abends schläft er auch erst gegen 21 Uhr (bis etwa 7 Uhr) und seit dem Gruppenwechsel im Oktober hat er fast täglich wieder komplette Einschlafbegleitung gebraucht, mittlerweile genügt teilweise zum Glück ein Hörspiel und 10 Minuten kuscheln. Während er Anfang 2021 noch täglich für min. 1 Stunde zu den Großeltern ging, wurde das im Sommer immer weniger und seit 3 Monaten weigert er sich regelrecht nach nebenan zu gehen. Was manchmal schon knifflig ist,da ich ihn nicht vor dem TV parken will, aber eben teils noch arbeiten muss, weil nach 21 Uhr bei mir auch nichts mehr geht. Insgesamt ist Ole gerade sehr anhänglich und hat seit einem (ungeplanten) Friedhofsbesuch am Totensonntag sogar Angst, dass wir (ohne ihn) sterben könnten und er dann alleine auf der Welt ist. Wir hatten natürlich scho einige besänftigende Gespräche dahingehend, allerdings ist Corona halt auch leider oft Thema und dementsprechend auch der Tod. Könnte ich an diesem Jahr etwas ändern, wäre dieser „Ausflug “ definitiv gestrichen.

In der emotionalen Entwicklung merke ich seit dem Sommer durchaus Fortschritte, aber aus der Autonomiephase sind wir noch lange nicht raus… an schlechten Tagen gilt es 3 bis 5 „Anfälle“ zu begleiten. Selten gibt es einen Tag ohne größere Differenzen. Ich hoffe, dass wir es nach dem 4. Geburtstag überstanden haben. Für mich ist es einfach auch so schwierig, weil ich ebenso impulsiv bin wie mein Kind und es mich teilweise an den Rande meiner Belastbarkeit bringt, mich zusammenzureißen und nicht auch zu brüllen – leider schaffe ich das auch nicht immer. 🙈 Das eigene Kind weiß halt auch, welche Knöpfe es drücken muss. Aber insgesamt bin ich zufrieden, oder wie der Lieblingsmann sagte: Na in Anbetracht unseres und seines Charakters läuft das hier doch sogar richtig gut (mit der Bedürfnisorientierung)! 🤭 Wir sind sicherlich keine strahlenden Vorbilder dabei (dazu sind wir einfach zu impulsiv/ungeduldig), aber noch waren wir selten geneigt, unsere Macht auszuspielen. Und manchmal blitzt eine Art Einsicht beim Kind auf, die ich als Hoffnungsschimmer für entspanntere Zeiten sehe.

Apropos „Kind“. Ole ist nun bei ca. 105 cm Körpergröße auf knappe 15 Kilo. Er trägt Größe 104/110 und Schuhgröße 28. Sein sauteures Super-Fahrrad hat er das Jahr über gekonnt ignoriert. Dafür zeigt er im Schwimmbad jedes Mal, dass Wasser voll sein Ding ist. Er braucht nur Schwimmflügel und hält sich damit locker 30 bis 40 Minuten sicher alleine über Wasser, selbst im Strömungskanal. Mit Schwimmbrett „surft “ er darin immer. Er springt auch vom Rand oder legt sich plötzlich auf den Rücken und sagt: „Ich schwimm jetzt rückwärts“ und ist dann weg. 😅🏊‍♂️ Richtig schwimmen kann er natürlich noch nicht und leider ist der Kleinkindschwimmkurs coronabedingt ausgefallen. Er war aber auch schon komplett ohne Schwimmhilfen im tiefen Wasser. Dann allerdings zumindest an meiner Hand. Wir gehen/gingen min. einmal die Woche zum Kindersport, wobei sich schon zeigt: hüpfen und Bälle werfen/schießen/fangen sind nicht so sein Ding. 🤭 Ab 5 kann er dann in dem Schwimmverein… wir überbrücken also noch ein Jahr. 😉 Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr noch irgendwas Musikalisches machen können, andererseits mag ich auch nicht zu viele Nachmittage verplanen.

So nun fällt mir nichts mehr ein, was euch vielleicht noch interessieren könnte… sofern es überhaupt noch ein „euch“ gibt?!

Ich wünsche allen, die sich hierher verirren, einen guten Start ins neue Jahr. Möge es erfolgreich für euch verlaufen und fabelhaft enden. 💕🍀🐞🎆

Eure Frau Mutterherz

10 Gedanken zu “Jahresrückblick

  1. Gesundes Neues und schön, dass du trotz der ganzen Arbeit wieder geschrieben hast! Wirklich bewundernswert, wenn es Eltern schaffen, ihren Kindern gegenüber ununterbrochen geduldig, sanft und mitfühlend zu sein. Das wäre dann wohl nicht ich und wahrscheinlich auch nicht meine Kinder 😀 liebe Grüße

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  2. Ich als 40-jährige „in-vier-Monaten-Abitur-schreibende“ (jahaaa tatsächlich können noch alte Leute das Abi nachholen 😬🙈), würde mich tatsächlich enorm über Distanzunterricht freuen!

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  3. Ich wünsche euch ein entspanntes neues Jahr und viel Spass mit dem Ole!
    Zum Schwimmen kann ich euch als Tipp geben, euch eine Schwimmweste anzuschaffen. Die lässt die Arme frei und die Kinder können besser und in einer normaleren Haltung schwimmen. Und man kann Teile rausnehmen, wenn das Kind besser schwimmen kann.

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  4. Ich freu mich jedes Mal sehr von dir zu hören! 🥰

    Und ehrlich gesagt beruhigt es mich auch zu lesen, dass es anderen Eltern mit Kindern in dem Alter so ähnlich geht und auch andere mal laut werden und so häufig an die Belastungsgrenze getrieben werden.
    Madita ist gerade zwischenzeitlich auch extrem anstrengend. 🙈 Letztens ging die Welt unter (aber so richtig!) weil ich erst die Milch warm gemacht habe und dann einen Löffel Kakao dazu gemacht habe – sie wollte es andersrum. 🤷‍♀️
    Mit dem Schlaf sieht es bei uns übrigens auch nicht besser aus. 😅 Mittagsschlaf gibt es schon seit nem knappen Jahr nicht mehr (selbst wenn sie krank ist nicht wirklich – aber das ist eh erstaunlich wie fit so ein Kind selbst mit starker Erkältung noch ist 🙄) und hier geht es meist gegen 19.30/20 Uhr ins Bett, einschlafen klappt dann meist gegen 20.30, manchmal auch ein bisschen eher. Und wir müssen wieder durchgängig dabei sein bis sie eingeschlafen ist. Ist aber auch ok für mich. Wird sich auch irgendwann wieder ändern. Ich hab einen eReader mit dem ich dann was Nettes lese nebenher und somit auch irgendwie „Me-Time“ habe. (vorher kriegt Madita natürlich noch ne Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen und wenn das Licht dann aus ist und ich im eReader lese (ein Hoch auf die Dinger und dass sie beleuchtet sind 😁) hört sie meist n Tonie. Die Geschichte muss ich dann versuchen auszublenden. 😅
    Und zwischen 6 und 7 ist sie morgens dann auch wieder wach… Aber Madita war ja mit ihrem Schlafbedarf schon immer im unteren Normbereich… 🙄🙈

    Eine Wasserratte ist Madita übrigens auch, allerdings sind wir durch Corona in den letzten 2 Jahren nur 3x mit ihr im Schwimmbad gewesen. 😕
    Ganz so toll wie Ole macht sie es noch nicht, das ist ja echt Wahnsinn wie toll er sich schon im Wasser halten kann 😍

    Und ich kann sehr gut verstehen, dass du mit deinen Nerven am Ende bist… Die Situation ist einfach nur zum Kotzen. 😥😓
    Ich hoffe für uns alle, dass es bald endlich besser wird.

    Habt einen guten Rutsch in ein hoffentlich tolleres neues Jahr 2022 💕

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    • Ach ich freu mich grad echt über deine lange Antwort! 🥰 Ja das Alter ist einfach anstrengend. Punkt. Ich muss Ole zum Einschlafen im Arm halten UND krabbeln, daher geht lesen nicht. 😅

      Tatsächlich ist Schwimmbad eine Sache, die MIR ganz wichtig ist. Wir haben hier in der Gegend viele Thermen, die nicht so stark besucht sind. Alleine die letzte Woche waren wir 2 mal drin… 🏊‍♂️🙌 wir sind echte Wasserratten. Und da dort sehr wenige Menschen und Abstand ist und wir geboostert +genesen, Ole genesen, gönnen wir uns das einfach. Außerdem ist fröhliches Haarewaschen und danach Mittagsschlaf ein weiterer Bonus für uns. 😅

      Guten Rutsch und ein fröhliches und gesundes 2022!

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